Andreas Bergmann bleibt Trainer bei Altona 93, rechts Sportchef Richard Golz. Foto: Archiv/Bergmann

Von Jörg Marwdel. Die Zahlen sind ungewöhnlich, selbst für einen Absteiger: 17 Abgänge und 16 Zugänge hat Altona 93, der aus der Regionalliga in die Oberliga zurückgekehrte Traditionsklub, aufzuweisen. Und selbst das muss noch nicht das Ende der Transferperiode sein, so der sportliche Leiter Richard Golz.

Einen Kaderplaner, wie sonst nur bei den Profis üblich, hat der Klub bereits im März verpflichtet: den früheren AFC-Jugendtrainer Leon Sievert, der im Hauptberuf Scout beim dänischen Erstligaabsteiger Vejle BK ist. Da Sievert weiter in Hamburg wohnt, haben ihm die Dänen den Zweitberuf bei seinem Lieblingsverein möglich gemacht. Viele Talente hat er bei einem Probetraining vorspielen lassen.

Saibou und Hütter kommen vom TuS Osdorf

Die ersten Testspiele dieser völlig neuen Mannschaft haben „viel Spielfreude“, aber auch noch „fehlendes Verständnis“ aufgezeigt, so Golz. Dennoch sagt der frühere HSV-Torwart vor dem Punktspielstart am 29. Juli bei Union Tornesch: „Ziel ist es, so bald wie möglich wieder in der Regionalliga zu spielen.“
Dafür hat man neben dem Konzept, vor allem Talente auszubilden, drei erfahrene Leute als Korsettstangen geholt: Torwart Julian Barkmann (29) vom Hamburger Meister TuS Dassendorf, Innenverteidiger Steffen Neelsen (26) vom Heider SV sowie Fynn Rathjen, 24, vom SV Eichede für das zentrale Mittelfeld.

Immerhin muss man Spieler ersetzen, die weiterhin in der Regionalliga mitmischen: Noah Gumpert (Holstein Kiel II), André Wallenborn (Norderstedt), Dennis Rosin (Drochtersen), Peer Mahncke (St. Pauli II) und Ole Wohlers (Teutonia 05). Aber man hat auch dem Lokalrivalen TuS Osdorf zwei wichtige Akteure abgeluchst: den begabten Mittelfeldspieler Abdul Saibou, 19 (Golz: „Ein interessanter Spieler“), sowie Prince Hüttner, 28, der eine AFC-Vergangenheit hat.

Dass Altona 93 mit dem Abstiegstrainer Andreas Bergmann weitermacht, war für Golz keine Frage. Denn der erfahrene Übungsleiter Bergmann wurde 2020 vor allem geholt, „um junge Spieler zu entwickeln“, was zum Teil gelang. Zudem bildet der frühere Bundesligatrainer die Trainer im Verein aus.

Um regional wirklich wieder eine Größe zu werden, dafür bräuchte man auch „größere Sponsoren“, wie Golz anmerkt. Man hat zwar welche dazugewonnen, aber noch immer ist der AFC sehr abhängig vom Hauptsponsor und Präsidenten Dirk Barthel. Bis das neue Stadion am Diebsteich (5.000 Plätze) steht, dauert es noch. Erst Ende 2026 muss Altona 93 seine traditionsbehaftete Adolf-Jäger-Kampfbahn abgeben, damit dort Wohnungen anstelle des zweitältesten Stadions Deutschlands gebaut werden.

In der kommenden Saison aber wäre man schon mit 1.000 Zuschauern zufrieden. Dann wäre man zumindest in dieser Sparte wohl auf Platz eins in der Oberliga.

www.altona93.de

Neuer Spieltag: Die Heimspiele des AFC finden nun samstags um 15.30 Uhr statt, für diesen Termin hatte sich die Mehrheit der Anhänger in einer Umfrage ausgesprochen. Eine Ausnahme bildet die Partie in der ersten Runde des Lotto-Pokals, die bereits am Freitag 22. Juli, um 19.30 Uhr nach Redaktionsschluss an der Adolf-Jäger-Kampfbahn stattfand. Gegner ist der Störtebeker SV.

 

 

 

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