Der Siegerentwurf der dänischen Architekten C.F. Møller am Diebsteich. Visualisierung: C.F. Møller

Von Mateo Schneider. Eingeladen waren sie, gekommen sind sie nicht. So lässt sich auch nicht abschließend klären, ob die Abwesenheit von Vertretern der Deutschen Bahn auf einer Veranstaltung der Verkehrsinitiative Prellbock Altona zum geplanten neuen Fernbahnhof am Diebsteich auf einer bewussten Entscheidung oder ausgefallenen Zügen beruhte.

Auf der Basis eines DB-Fahrplans für 2030 hat die für den Verbleib des Fernbahnhofs Altona an seinem jetzigen Ort kämpfende Bürgerinitiative Prellbock eine Studie erstellen lassen. „Eine Baustrategie hilft nicht, wenn das Falsche gebaut wird“, fasst Prellbock-Sprecher Michael Jung deren Ergebnisse mit einem Seitenhieb auf die „Sanierungsstrategie Deutsche Bahn“ zusammen. „Diebsteich soll mit 60 Prozent der Gleiskapazitäten 50 Prozent mehr Verkehr abwickeln – das geht vielleicht am Computer, aber nicht in der Bahn-Realität.“ In Diebsteich gebe es keine Reserven, um auch nur die kleinsten Störungen aufzufangen.

„Planungen überholt“

Außerdem sei völlig unklar, ob und wann der unter dem Namen „Ferlemann-Tunnel“ bekannt gewordene „Verbindungsbahnentlastungstunnel“ gegraben und in Betrieb genommen werden könne. Mit ihm soll der gesamte heute noch oberirdische S-Bahn-Verkehr auf der Verbindungsbahn unter die Erde verlegt werden. Unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die Anforderungen des „Deutschlands-Takts“ von 2030 an überhaupt einigermaßen erfüllt werden können. In diesem Zusammenhang warf die Bürgerinitiative der Bahn vor, Überlegungen wir die Einbeziehung der bereits bestehenden Güterumgehungsbahn oder eine zweite Elbquerung westlich von Hamburg gar nicht in die Planungen miteinzubeziehen.

Überhaupt noch nicht berücksichtigt sind die Anforderungen, die die Firma Northvolt geäußert hat. Sie errichtet in Heide eine Batteriezellenfabrik mit Tausenden von Arbeitsplätzen. Der Zulieferungs- und Pendlerverkehr liefe dann ebenfalls über Diebsteich. „Die Planungen der Bahn sind von der Zeit überholt“, so Jung. Ein Angebot der Bürgerinitiative zu einem gemeinsamen Gespräch über die zu erwartenden Probleme am Diebsteich und mögliche Lösungsansätze ließ sich die Deutsche Bahn bislang unbeantwortet.

>> Studie unter www.prellbock-altona.de

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