Der Fahrer des Metrobus 16 macht Pause am Brandstücken. Wenn er losfährt, darf niemand mitfahren. Foto: mg

Leere Busse am Brandstücken: Osdorfer fühlen sich „gezielt ausgeschlossen“

Nur gucken, nicht einsteigen. So geht es Fahrgästen, die am Brandstücken den Gelenkbus der Metrobuslinie 16 benutzen wollen. Dort machen die Busfahrer Pause, dürfen aber niemanden mitnehmen. „Es ist der blanke Hohn. Der Bus fährt leer vom Osdorfer Born zum Rugenfeld, wo maximal drei bis vier Fahrgäste warten“, schreibt uns ein fassungsloser Elbe Wochenblatt-Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

In Gegenrichtung ist es nicht besser. Der 16er lässt seine Fahrgäste am Rugenfeld `raus und fährt dann 850 Meter leer zum Born. „Ich dachte bisher, der HVV will Fahrgäste befördern. Im jetzigen Betrieb werden die Osdorfer gezielt ausgeschlossen“, so der Leser. Warum kann die Pausen-Buskehre Brandstücken nicht auch die Endstation sein?“, fragt er. Noch besser wäre es, den Metrobus 16 an der Haltestelle Immenbusch enden zu lassen, die nur wenige Meter entfernt liegt. Der Vorteil: Westlich der Bornheide gibt es mehr als 1.100 Wohnungen, die Bewohner könnten mit dem 16er ohne umzusteigen über Bahrenfeld und St. Pauli direkt in die Stadt fahren.

Brandstücken: Kein Einstieg möglich. Foto: mg

Dass die Hochbahn den Rand eines Gewerbegebiet besser anbindet, als eine Großsiedlung mit 13.000 Bewohnern, will das Verkehrsunternehmen wie berichtet nicht ändern. Es „besteht an der Haltestelle Rugenfeld die Möglichkeit, am selben Haltestellenmast von der MetroBus-Linie 21 in die MetroBus-Linie 16 umzusteigen“, so eine Sprecherin.

Dafür, dass eine Endhaltestelle für Gelenkbusse am Immenbusch möglich ist, spricht, dass die Hochbahn die Straße als möglichen Endpunkt der Expressbuslinie X22 genannt hatte. Diese Linie fährt seit zwei Jahren von Rahlstedt bis nach Stellingen. Die Fahrgastzahlen seien dort um das 2,4-fache gestiegen, pro Tag nutzen 8.700 Fahrgäste die Querverbindung, wurde Verkehrssenator Anjes Tjarks auf einer Pressekonferenz der Hochbahn Mitte Juni im „Abendblatt“ zitiert. In diesem Jahr, so der Senator weiter, werde das Verkehrsunternehmen 350 Millionen Euro unter anderem für den Kauf emissionsfreier Busse investieren.

Eigentlich sollte der X22 bereits vor zwei Jahren von Stellingen bis zum Osdorfer Born verlängert werden. Doch wegen gesunkener Fahrgastzahlen in der Pandemie sei die Planung zunächst ausgesetzt worden. Wann der Bus, wie schon lange versprochen, verlängert wird, konnte die Hochbahn auf Anfrage „aufgrund der aktuellen Lage“ noch nicht sagen. Auch hier werden die Menschen im Osdorfer Born also von einer Buslinie, die von Fahrgästen gut angenommen wird, ausgeschlossen.

Der Wochenblatt-Leser und seine Frau wollten eigentlich ihr Auto verkaufen und nur noch Bus und Bahn fahren. „Das lassen wir erstmal“, sagt er.

 

 

 

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