Ende Juni 2021 sollte nach den Plänen des Erzbistums Hamburg der Vertrag mit dem neuen Groß-Sand-Betreiber unterschrieben sein. Jetzt ist der Verkauf für den 1.1.2023 angekündigt.Foto: groß-sand

Albertinen-Diakonie und St. Franziskus-Stiftung möchten
die Wilhelmsburger Klinik und die Krankenhäuser der
katholischen Ansgar-Gruppe übernehmen – der Zeitplan steht

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg. Die zähen, quälend langsamen, aber vermutlich sehr gründlichen Verhandlungen über den geplanten Verkauf des Wilhelmsburger Stadtteilkrankenhauses Groß-Sand nähern sich dem Ende. „Der Fahrplan sieht vor, zum 1. Januar 2023 den Verkauf zu vollziehen“, teilte Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums Hamburg, auf Anfrage mit.
Die ökumenische Bietergemeinschaft „Immanuel Albertinen-Diakonie und die St. Franziskus-Stiftung Münster“ will neben Groß-Sand vom Erzbistum auch die Krankenhäuser der katholischen Ansgar-Gruppe (Marienkrankenhaus Hamburg, Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Marienkrankenhaus Lübeck) übernehmen.
Bei der Belegschaft der vom Verkauf betroffenen Kliniken hat der über zwölf Monate dauernde Verhandlungspoker Spuren hinterlassen. „Viele Mitarbeiter dächten daran, Jobs in anderen Kliniken anzunehmen“, schreibt das Abendblatt.
Ob das Wilhelmsburger Stadtteilkrankenhaus als Klinik der Grund- und Regelversorgung mit Notfallversorgung rund um die Uhr erhalten bleibt, jederzeit auf kurzem Wege erreichbar für die Menschen im Stadtteil und Notfälle in den zahlreichen umliegenden Betrieben, ist nicht bekannt. Alle Verhandlungspartner halten sich ans vereinbarte Stillschweigen und geben keine Auskünfte.

Kurz & Knapp
Das 200-Betten-Krankenhaus Groß-Sand ist, wie viele andere kleinere Kliniken, unrentabel. Das finanziell klamme Erzbistum Hamburg, Eigentümer der katholischen Klinik, möchte Groß-Sand verkaufen. Seit über zwölf Monaten wird über eine ökumenische Lösung, einen Verkauf an die Albertinen Diakonie und die St. Franziskus-Stiftung Münster, verhandelt.
„Alle Beteiligten an dem Verkaufsprozess sind derzeit in guten Beratungen, um auch künftige Investitionsentscheidungen treffen und optimal planen zu können“, sagte ein Erzbistumssprecher. Die Stadt hat finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

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