Rugenfeld: Haltestelle, aber wenig Fahrgäste. Foto: mg

Glosse: Wie der neue HVV zu den Menschen kommt

Läuft beim Hamburger Verkehrsverbund HVV. Deutlich dichtere Takte, größere Fahrzeuge und viele neue Linien, meldet HVV-Sprecher Rainer Vohl gleichzeitig mit der Erfolgsgeschichte von mehr als 920.000 Käufer des Neun-Euro-Tickets.

Am Grubenstieg sieht man alle halbe Stunde, was der Sprecher des Verkehrsverbunds gemeint hat. Geräumige Gelenkbusse der Metrobuslinie 16 biegen dort regelmäßig wie ein Uhrwerk links in Richtung des Einkaufszentrums mit dem Bowling Center mit seinen Geschäften und Ärzten ab. Dahin, wo die Menschen sind, die nun für volle Busse sorgen.
Wer das sieht ahnt: Der Osdorfer Born schlägt im Takt des hvv, der sich nun demokratisch in kleinen Lettern schreibt und mit Niederflurbussen jeden noch so entfernten Winkel unser schönen Stadt besucht. Zum Glück fast vergessen sind die Zeiten, als der Verkehrsverbund von seinen Fahrgästen happige Zuschläge verlangte, um sie mit der Schnellbuslinie 37 in die Innenstadt zu bringen.

In den Bussen, die im Brandstücken ankommen, sitzen aber keine Fahrgäste, sagen Menschen, die den neuen HVV nicht verstehen. Alle Passagiere müssten schon vorher an der Endhaltestelle Rugenfeld aussteigen, regen sich die Nörgler auf. Sie vergessen: Die Friseurin, die von ihrer Wohnung am Blomkamp zur Arbeitsstelle Bornheide fahren will, bleibt durch häufiges Umsteigen drahtig. Und die Busfahrer können ihre Pause mit Blick auf den Osdorfer Born genießen, anstatt den Busbahnhof am Schenefelder Platz mit ihren lindwurmartigen Fahrzeugen zu verstopfen

 

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