Treffen sich zum Austausch vor Ort am Eingang der Schule Heidrand: Dennis Hummel, Caroline Schumacher und Heiko Drägerhof vom Elternrat und Robert Timmann (CDU und Elternrat), mit André Trepoll, Brit-Meike Fischer-Pinz (beide CDU) und Gudrun Schittek (Grüne, v.l.). Foto: wit

Wolfgang Wittenburg/Olaf Zimmermann, Süderelbe. Die Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (FiFa) soll am Standort Heidrand ein neues Grundschulgebäude erhalten. Ob der für das dritte Quartal 2022 angekündigte Baubeginn eingehalten werden kann, scheint fraglich. Der FiFa-Elternrat lehnt die vorliegenden Pläne ab und will nach den Sommerferien ein Bürgerbegehren starten.
Worum geht‘s? Das vorhandene Grundschulgebäude aus dem Jahr 1951 soll abgerissen und durch ein modernes Bildungshaus ersetzt werden. Vorgesehen sind 24 Klassenräume für 420 bis 460 Grundschüler und, ebenfalls im gleichen Gebäude, eine Kita mit 104 Plätzen. Die Schulbehörde rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Die Baukosten werden auf von 14,2 Millionen Euro geschätzt.
Auch der Elternrat unterstützt einen Neubau, hält bei den vorliegenden Plänen aber Änderungen für erforderlich:
– Der Lärmschütz muss verbessert werden. „Konflikte zwischen der Kindertagesstätte und dem Grundschulbetrieb sind vorprogrammiert, da die Geräuschkulisse der draußen spielenden KiTa-Kinder bei geöffneten Fenstern die Konzentration der Grundschüler stört“, heißt es in einer Stellungnahme.
– „Das Lüftungskonzept der Schulbehörde ist nicht umsetzbar, ohne den Unterricht zu stören, sodass damit zu rechnen ist, dass die empfohlene maximale CO2 Konzentration für Klassenräume regelmäßig überschritten wird.“
– Es ist geplant, das Gebäude mit Fernwärme zu beheizen, die überwiegend aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird. „Über einen Wärmetauscher könnte die Wärme der 540 Kinder nutzbar gemacht werden.“
Das sagen die Behörden: Das pädagogische Baukonzept wurde in enger Abstimmung mit Vertretern der Stadtteilschule, der Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen und der Kindertagesstätte „Hotzenplotz“ erarbeitet. Die hieraus abgeleiteten Anforderungen und Wünsche sind in den Entwurf des Büros ,Andreas Schneider Architekten‘ berücksichtigt.
Alle Einwände seien fachlich geprüft worden. „Fachplaner, Gebäudemanagement Hamburg und Gutachter stimmen überein, dass keine außerordentliche Lärmbelastung und keine Notwendigkeit für eine mechanische Lüftungsanlage in den Klassenräumen vorliegen“, sagt Claas Ricker (Finanzbehörde).
Der FiFa-Elternrat hatte seine Anregungen und Bedenken Schulsenator Ties Rabe, Finanzsenator Andreas Dressel und Umweltsenator Jens Kerstan schriftlich mitgeteilt. „Nach gut vier Wochen müssen wir mit Bedauern feststellen, dass von keinem der Senatoren eine Antwort oder ein Gesprächsangebot eingegangen ist“, teilt der Elternrat enttäuscht mit. Deswegen wurde jetzt einstimmig beschlossen, ein Bürgerbgehren auf den Weg zu bringen. In den nächsten Wochen sollen erst einmal die rechtlichen Hürden gemeistert werden. Nach den Sommerferien soll‘s dann losgehen.

Stimmen aus der Politik
Gudrun Schittek (Grüne Bürgerschaftsabgeordnete aus Süderelbe): „Schulen werden für Jahrzehnte und für Generationen gebaut. Klimaneutrales Bauen und Heizen mit regenerativen Energien sowie ein gesundes Raumklima muss selbstverständlich sein. Ich unterstütze die Eltern und Lehrer.“
André Trepoll (CDU Abgeordneter aus Süderelbe): „Die Bausumme liegt bei 14,2 Millionen Euro. Da ist es mir unverständlich, warum nicht für Lärmschutz und für eine Belüftungsanlage genug Geld da sein soll.“

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