Jüngster Zuwachs im Wildgehege Klövensteen: das drei Wochen alte Rehkitz Frieda. Es wurde von ehrenamtlichen Kitzrettern gefunden. Vermutlich wurde das Kitz von freilaufenden Hunden gebissen, denn es hatte eine schwere Bisswunde am Kopf und ist wohl deshalb auf einem Auge blind und in der freien Natur nicht überlebensfähig. Zukünftig wird Frieda bei Reh Kathi und Damhirsch Karl wohnen – beides ebenfalls ehemalige Flaschenkinder. Foto: Michael Delling/ BA Altona

Die Bürgerinitiative „Rettet das Wildgehege im Klövensteen“ hat das sogenannte „Drittelquorum“ (siehe Infotext unten) erreicht. Das bedeutet: Der Bezirk Altona darf ab sofort keine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung treffen. Vertrauenspersonen des Fördervereins Klövensteen, des Jagdverbands Altona und des Bürgervereins Rissen hatten am 7. März das Bürgerbegehren „Rettet das Wildgehege im Klövensteen“ gestartet, mit dem der Wildpark in seiner jetzigen Form erhalten werden soll. Inzwischen gibt es ein weiteres Begehren mit einem neuen Naturerlebnis-Konzept (das Elbe Wochenblatt berichtete) der Bürgerinitiativen Klövensteensollleben, Rettet die Brünschenwiesen und der Nabu Gruppe West.
„Für das Erreichen des Drittelquorums mussten wir 2.035 Unterschriften vorlegen, aber darüber sind wir inzwischen weit hinaus“, sagt Jens Sturzenbecher, Vertrauensperson und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Klövensteen. Er blickt zuversichtlich in die Zukunft. Man erhalte viel positiven Zuspruch.
Um das Wildgehege wird schon seit Jahren gestritten. Es müsste saniert werden, sind sich alle einig, aber aus dem Bezirksamt Altona heißt es, dafür sei kein Geld da. Mehrere neue Konzepte für den Tier- oder Naturpark über eine zukünftige – und möglicherweise billigere – Lösung sind seit Jahren in der Diskussion (das Elbe Wochenblatt berichtete), der Konflikt scheint festgefahren, eine Entscheidung ist überfällig.
Die Bürger möchten das Wildgehege „mit allen Tieren, die Waldschule und das pädagogische Angebot behalten“, ist Sturzenbecher überzeugt. Diese Frage wird gestellt: „Sind Sie dafür, dass das Wildgehege im Klövensteen mit seiner bisherigen Artenvielfalt und kostenfreien Verfügbarkeit unmittelbarer Tiererfahrungen in der bisherigen Form erhalten bleibt und lediglich notwendige Sanierungsmaßnahmen insbesondere zur artgerechten Haltung der Tiere ergriffen werden?“ Die Unterschriftensammlung läuft noch bis zum 7. September.

Was bedeutet „Drittelquorum“?
Bei einem Bürgerbegehren besteht die Gefahr, dass vor Ende der Unterschriftensammlung schon Fakten geschaffen werden. Deshalb gibt es ein sogenanntes „Drittelquorum“: In Paragraf 32 Absatz 5 des Bezirksverwaltungsgesetzes steht, dass nach Abgabe von einem Drittel der insgesamt geforderten Unterschriften (hier: 2.035 Personen) eine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung durch die Bezirksorgane nicht mehr getroffen und auch mit der Umsetzung einer Entscheidung nicht mehr begonnen werden darf. Das gilt, sofern das Bürgerbegehren zulässig ist, und mindestens solange, bis festgestellt ist, ob das Begehren zustande kommt.

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