Der geplante Standort des neuen Fußballstadions am Diebsteich.Altona 93 geht davon aus, dort vor bis zu 5.000 Zuschauern spielen zu können.Foto: ms

Von Mateo Schneider. Am 28. Juni treffen sich die Mitglieder auf der Haupttribüne der Adolf-Jäger-Kampfbahn zur diesjährigen Ordentlichen Mitgliederversammlung von Altona 93. Man muss kein Prophet sein, um angeregte Diskussionen vorauszusagen. Nicht so sehr, weil die Ligamannschaft mal wieder aus der Regionalliga abgestiegen ist. Sondern Punkt 5.2 der Tagesordnung hat es in sich: „Status Stadionneubau und weiteres Vorgehen.“

Der Klub von der Griegstraße sieht sich seit einiger Zeit besonders seitens des Hamburger Fußball-Verbandes einem stark vermehrten Druck ausgesetzt. Er soll die Kröte schlucken, dem ungeliebten Konkurrenten Teutonia 05 ein Heimspielrecht im neuen, am zukünftigen Fernbahnhof Diebsteich bis 2027 entstehenden Stadion zuzugestehen.

Im Gegensatz zu einer bindenden Absichtserklärung der Stadt, in der Altona 93 die Zusage als „Betreiber und Hauptnutzer“ des regionalligatauglichen Stadions für 5.000 Zuschauer gegeben worden sein soll. Die Position des AFC ist unmissverständlich: Niemals mit Teutonia 05 gemeinsam. Oder, wie es der zweite Vorsitzende Ragnar Törber gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ formuliert hatte: „Mit Teutonia werden wir nicht an einem gemeinsamen Standort spielen. Das gilt selbst dann, wenn die Hölle zufriert.“

Wenig Platz auf Thyssen-Krupp-Gelände

Der FC Teutonia 05 Ottensen will mit bislang ungenannten Sponsoren in einem deutlich größeren Drittligastadionneubau für 10.000 Zuschauer spielen und bringt dafür hartnäckig den Standort Diebsteich ins Gespräch. Nun will die Stadt in einer Machbarkeitsstudie die Umsetzungschance dieser Idee prüfen. Im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens ist das bereits am 16. Februar wegen fehlender Flächen als nicht möglich bewertet worden. Überdies soll bereits am 12. Dezember der Sieger eines Wettbewerbs zur Bebauung des ehemaligen Thyssen-Krupp-Geländes ermittelt werden. Für eine Neubewertung ist eigentlich keine Zeit mehr.

Zusätzlicher Zeitdruck ist durch die in Heide geplante „Giga-Factory“ des schwedischen Autobatterie-Herstellers Northvolt für 3.000 Mitarbeiter entstanden. Northvolt fordert eine wesentlich schnellere Zugverbindung zwischen Hamburg und Heide, wobei die Züge dann laut Planung der Bahn am neuen Fernbahnhof am Diebsteich halten würden. Dazu gehört ein Busbahnhof zum Umsteigen für die zahlreichen Pendler. Für einen in der dritten Liga vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zwingend geforderten Parkplatz für Mannschafts- und Reisebusse wäre dort kein Raum.

 

Altona 93 und sein Stadion: Spätestens zum 31. Dezember 2026 muss Altona 93 die Adolf-Jäger Kampfbahn räumen, wo der Verein seit 1908 spielt. Bereits 2007 hatte der AFC das Grundstück an Behrendt Grundstücke KG und den Altonaer Spar- und Bauverein für 11,25 Millionen Euro verkauft. Dort sind 300 Wohnungen geplant. Damals versäumte es der Verein eine Wertsteigerungsklausel in den Vertrag aufzunehmen. Das Grundstück in begehrter Lage ist seitdem erheblich im Wert gestiegen. EW

>> www.altona93.de

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