Kiebitz-Nachwuchs auf der Elbinsel Wilhelmsburg. Foto: BUND

Sabine Langner, Wilhelmsburg. Erfolg im Kampf um die Rettung des Kiebitzes in Wilhelmsburg. Nach Auskunft der Naturschützer des BUND konnten in diesem Jahr elf Kiebitz-Paare Nachwuchs großziehen. Im Vorjahr hatten dies nur zwei Kiebitz-Paare geschafft.
Möglich wurde dieser Bruterfolg durch ein Zusammenspiel zwischen BUND Hamburg, der Stiftung Ausgleich Altenwerder, der Umweltbehörde und den Landwirten in der Region. Ein weiterer Glücksfall für die Vögel war der viele Regen. Dadurch gab es einige Flächen, die sich im Frühjahr mit Wasser füllten und damit zur Attraktion für die Kiebitze wurden.
Insgesamt entdeckten freiwillige Helfern auf Ackerflächen sieben Kiebitznester, auf Flächen der Stiftung Ausgleich Altenwerder weitere vier. Stets wurde der von der Umweltbehörde bestellte Ornithologe informiert, anschließend wurden die Nester der Bodenbrüter markiert, so dass sie bei Arbeiten der Landwirte nicht unter die Räder kommen konnten. „Wir sind total glücklich über die gelungene Aktion“, sagt Gisela Bertram (Stiftung Ausgleich Altenwerder). „Es hat sich gezeigt, dass wenn die Rahmenbedingungen stimmen und alle Rücksicht nehmen, die Natur ihren Platz in Hamburg haben kann.“
Die Freude über den gelungenen Kiebitzschutz in diesem Jahr wird jedoch nach wie vor durch die Zerstörung des ehemaligen Kiebitz-Brutgebietes auf den Flächen des heutigen Logistikzentrums Obergeorgswerder im Jahr 2008 getrübt. Allein auf dieser Fläche brüteten bis dahin regelmäßig etwa 20 Kiebitzpaare. „Zur Wahrheit gehört, dass auf den Flächen im Wilhelmsburger Osten, die als artenschutzrechtliche Ausgleichsflächen für die Kiebitze von Obergeorgswerder vorgesehen sind, kein einziger Kiebitz brütet. Auch in Zukunft wird dort kein Kiebitzpaar brüten, da die Flächen nicht für den Kiebitz geeignet sind“, stellt Gisela Bertram klar. „Dies bestätigt ein Gutachten, das der Umweltbehörde vorliegt.“
Kiebitze stehen auf der Liste der stark bedrohten Arten. Bundesweit sind ihre Bestandszahlen in den letzten 30 Jahren in Deutschland um 88 Prozent zurückgegangen. Ein aktuelles Video zu den Wilhelmsburger Kiebitzen gibt es unter
>> https://www.youtube.com/watch?v=3Ydhtj1HViA

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