Die Fußball- Jugendabteilung des HSC boomt. Da kommt der Kunstrasenplatz gerade zur rechten Zeit. Foto: pr

Waldemar Düse/Siegmund Borstel, Harburg. Nachwuchs-Kicker und Vereins-Verantwortlichen des Harburg Sport-Club (HSC) strahlten mit der Sonne um die Wette. Jetzt können die 15 Fußball-Mannschaften des HSC am beschaulichen Rabenstein auf einem Kunstrasenplatz spielen. Die offizielle Eröffnung wird am Sonntag, 3. Juli, stattfinden: erst mit einem Jugendturnier, dann kickt die HSC-Liga gegen Oberligameister Dassendorf. Der Eintritt ist frei.

Nach 18 monatiger Bauzeit sind am Rabenstein ein Kunstrasenplatz mit den Maßen 64 x 100 Meter sowie ein Kleinfeld (20 x 40 Meter) entstanden. Eigentümerin des Geländes ist die Stadt Hamburg, die dem Verein das Gelände auf Grundlage des Sportrahmenvertrags zur Verfügung stellt. Dass aus dem Naturrasenplatz ein Kunstrasenplatz werden konnte, hängt mit einem ganz anderen Projekt zusammen.
In Eißendorf hatte die Projektgesellschaft Lichtenauerweg GbR, bestehend aus der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der May-Gruppe, das Grundstück einer ehemaligen Sportanlage erworben, um etwa 200 Wohnungen zu bauen. Auf diesem war der 2017 aufgelöste Sportverein Rot-Gelb Harburg zu Hause. Eine Voraussetzung für die Zustimmung des Bezirksamtes zu diesem Wohnungsbauprojekt war, dass für den abgängigen Platz am Lichtenauerweg an anderer Stelle ein neuer Sportplatz geschaffen oder eine bestehende Anlage ertüchtigt wird. Rund 1,2 Millionen Euro hat die Projektgesellschaft für die Umwandlung des Naturrasenplatzes in einen Kunststoffrasenplatz aufgewendet.

Rückblende: Am Rabenstein sind einmal Zweitliga-Fußballspiele ausgetragen worden. In der Spielzeit 1964/65 hat „Rasensport“, einer der beiden HSC-Vorgängervereine, hier die Heimspiele seines einjährigen Gastspiels in der Regionalliga Nord ausgekämpft.
Der Aufstieg war erst nach einem nervenaufreibenden Landesliga-Schlussspurt, einem Entscheidungsspiel um die Teilnahme an der Aufstiegsrunde und der Entscheidung im letzten Heimspiel auf dem Rabenstein gefallen: 5.500 (!) Zuschauende jubelten damals über ein 3:1 gegen den VfL Oldesloe. Den letztlich aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt als einer von sechs hamburgischen Zweitligisten sahen im Schnitt 1.600 Zuschauende, die Rekordkulisse von 4.500 verfolgte das Derby gegen den Titelverteidiger FC St. Pauli (3:3).
Zu dieser Zeit hatte der 1921 eingeweihte Rabenstein bereits eine jahrzehntelange Geschichte hinter sich. Vorausgegangen war eine äußerst mühselige, einjährige Vorarbeit. Nur ein flüchtiger Blick auf den Alt-Baumbestand des Stadtparks in unmittelbarer Nähe reicht aus, um sich den Arbeitsaufwand allein für das „Herausreißen“ des Wurzelwerks auf dem heutigen Platzgelände vorzustellen. Zuvor hatte Rasensport seit 1910 auf dem Sportplatz Harmsstraße gespielt, der „Mopsberger Höh“.
Borussia, der andere Vorgängerverein, war zu dieser Zeit auf der ehemaligen Eisbahn am „Posthof“, auf dem Gelände der heutigen Friedrich-Ebert-Halle, zu Hause. 1927 wurde das Gelände verkauft, der Verein errichtete sich eine neue Anlage: „Wolkenhauer“ in Eißendorf, die bekannte „Eichenhöhe“. Die Geschichte der „Eichenhöhe“ endete mit der Fusion der beiden Klubs zum HSC. Die damalige „Patriarchin“ der Familie Wolkenhauer war beinharte Borussin. Als stramme, traditionalistische Gegnerin der Fusion entzog sie dem neuen Verein 1972 das dortige Spielrecht.
Die fast genau 100jährige Geschichte des Naturrasenplatzes „Rabenstein“ endete mit dem Beginn der Umgestaltungsmaßnahmen am 17. August 2021.

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