Rudolf Klöckner vor dem Werk „Maria mit dem Heiligen Kind“ von Lapiz. Foto: KP Flügel

Urbanshit Gallery zeigt Straßenkunst im alten Ottenser Postgebäude

KP Flügel, Ottensen

Graffiti und Street Art gibt es auf den Straßen von Ottensen zuhauf. Seit dem 21. Mai auch in der Urbanshit Gallery. Um sich der Nachbarschaft vorzustellen, wurde programmatisch als Titel der Eröffnungsausstellung „Urban District: Welcome to the Neighbourhood“ gewählt. „Wir sind hier im Piependreiherweg 6, auf der Rückseite des Gebäudes, in dem früher die Post ihren Sitz hatte. Die kennen alle Ottenser noch. Quasi versteckt und doch mittendrin. Wir finden es schön und charmant, weil wir hier nah an der Nachbarschaft des Stadtteils dran sind“, sagt Rudolf Klöckner. Der Galerist ist in der Urban-Art-Szene kein Unbekannter. Seit 2007 betreibt er den Blog urbanshit.de mit virtueller Online-Galerie. „Wir hatten fünf Jahre lang einen kleinen Showroom an der Breiten Straße vis à vis vom Fischmarkt. Gut drei Jahre haben wir neue Räume gesucht, bis wir hier etwas Schönes gefunden haben.“

Auf der Straße sind die Motive vielleicht nach zwei Wochen wieder weg, weil sie übermalt oder abgerissen werden. Galeriewerke sind auf Dauerhaftigkeit ausgelegt
Rudolf Klöckner,
Urbanshit Gallery

Die Galerie hat sich komplett auf Urban Art spezialisiert. Vertreten werden mittlerweile rund 50 Künstler. „Mit denen machen wir Projekte, stellen ihre Kunst aus, die wir auch verkaufen. All unsere Künstler eint, dass ihre Wurzeln primär im Street Art- beziehungsweise Graffiti-Kontext liegen, und sie weiterhin im öffentlichen Raum arbeiten. Klar, sie müssen auch in und mit Galerien zusammenarbeiten, sonst könnten wir sie nicht ausstellen.“ In der Urbanshit Gallery ist das Who is Who der Urban-Art-Szene vertreten, von Alias aus Berlin über den Hamburger Stencil-Künstler Mittenimwald, bis hin zu Lapiz, der in Neuseeland mit der Mauermalerei begann.

Etablierte Kunstform

In den letzten zehn Jahren sei im Bereich Street Art extrem viel passiert. „Jetzt hat sich Street Art mehr und mehr als Kunstform etabliert und ist aus der Kunstwelt gar nicht mehr wegzudenken. Auch aus der etablierten nicht“, so Klöckner.

Erfüllt die Street-Art-Szene die Erwartungen des Kunstbetriebs? „Es ist der Lauf der Zeit, dass man sich verändert, professionalisiert und detailreicher wird. Mit dem Sprung vom öffentlichen Raum in die Galerie verändert sich natürlich etwas. Auf der Straße sind die Motive vielleicht nach zwei Wochen wieder weg, weil sie übermalt oder abgerissen werden. Galeriewerke sind auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Der Käufer erwartet von einem Werk, das er sich über das Sofa hängt, dass es die nächsten fünf Jahre auch so aussieht wie beim Kauf. Grundsätzlich ändert sich die Kunst aber nicht.“ Seit dem 10. Juni werden Bilder und Objekte des Künstlers Zir0 ausgestellt, die sich auf humoristische Art mit dem aktuellen Zeitgeschehen befassen.

>> www.urbanshit-gallery.com

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