Mit Fahrradhelm: Ralf Neubauer (SPD, l.) mit Verkehrssenator Anjes Tjarks und Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg bei der Einweihung der Fahrradstraße Thadenstraße. Foto: bvm

Mitte-Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer (SPD) über Lärm auf St. Pauli, das Paloma-Viertel und Gespräche mit den Anwohnern

M. Greulich/
O. Zimmermann, St. Pauli

EW: Herr Neubauer, die Initiative „St. Pauli wohnt“ beklagt, dass durch die Außengastronomie ein Kipppunkt bei Lärm und Dreck erreicht sei. Wie sehen Sie das, welche Lösungen kann der Bezirk anbieten?
Ralf Neubauer: Uns erreichen aktuell sehr viele Beschwerden, deshalb sind wir mit dem bezirklichem Kontrolldienst und der Polizei verstärkt vor Ort und kontrollieren sowohl die Einhaltung der Lärmschutzauflagen als auch die Sondernutzungen auf öffentlichen Flächen. Gleichzeitig wird der Cityausschuss der Bezirksversammlung die Initiative und die Gastronomen zu gemeinsamen Gesprächen einladen und sich um Vermittlung bemühen.

Der öffentliche Raum ist für alle da. Aber ohne Rücksichtnahme, insbesondere auf
Anwohnerinnen und Anwohner, geht es nicht
Ralf Neubauer,
Bezirksamtsleiter Mitte

EW: Wie wird sich der Bezirk verhalten, wenn das Cornern rund um den Grünen Jäger wieder so ausufert, wie vor der Pandemie?
Neubauer: Vorneweg: Der öffentliche Raum ist für alle da. Aber ohne Rücksichtnahme, insbesondere auf Anwohnerinnen und Anwohner, geht es nicht. Polizei und Bezirk haben daher in der vergangenen Woche verabredet, dass wir einschreiten werden, wenn die Lage es erfordert. Unter anderem können wir bei Bedarf Musikanlagen beschlagnahmen und gebührenpflichtig verwahren. Mit diesem Vorgehen konnte der Bezirk Nord im vergangenen Jahr die Lage am Winterhuder Kai erheblich beruhigen.

EW: Viele im Stadtteil warten darauf, dass es im Palo-Viertel endlich losgeht. Bislang liegt aber weder Bauantrag noch ein Bebauungsplan vor. Wann rechnen Sie damit?
Neubauer: Der Bebauungsplan ist seit November 2021 in der sogenannten Vorweggenehmigungsreife, das heißt: Die Bauanträge könnten seitdem bereits gestellt werden. Die Bayerische Hausbau hat uns die Anträge für das zweite Quartal diesen Jahres angekündigt.

EW: Im Sommer 2021 hieß es, Hamburg wolle städtische Dächer zur Energiegewinnung nutzen. Welche Dächer werden das im Bezirk Mitte sein?
Neubauer: Die Frage kann ich leider nicht sinnvoll beantworten, weil wir als Bezirk fast durchgehend Mieter der Gebäude sind.

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