Ich arbeite im Bereich der Literatur. Ich bin kein politisch denkender Mensch, sondern die Frage, die mir nahesteht, ist: die Literatur. Ich erkläre, dass ich im Bereich der Literatur mit der Politik der Sowjetregierung nicht einverstanden bin, und wünsche als Gegengewicht zu den in diesem Punkt bestehenden Maßnahmen die Freiheit der Presse, sowohl für mein eigenes Werk als auch für das literarische Schaffen der mir nahestehenden Literaten…“

 

Daniil Charms, 1905 in St. Petersburg geboren, Dichter und Schriftsteller, schrieb Theaterstücke, Prosatexte, Gedichte, Märchen. Sein Werk blieb in Russland unveröffentlicht, wie durch ein Wunder wurden seine Mauskripte nach seinem Tod gerettet. Mit Kinderstücken und Lesungen für Kinder hielt er sich zu seinen Lebzeiten – mehr schlecht als recht – über Wasser. Wegen seiner Schriften wurde er ab den 1930er Jahren mehrmals verhaftet. 1939 simuliert er um dem Kriegsdienst zu entgehen eine Schizophrenie, wegen der er 1941, nach einer weiteren Verhaftung, in die Psychatrische Anstalt des Leningrader Gefängnisses eingeliefert wurde. Hier starb er 1942 an Unterernährung.

 

In einem literarischen Kaleidoskop aus Daniil Charms´ absurden Texten und biografischen Aufzeichnungen wird der Lebensweg Daniil Charms´ erzählt. Ein extremes Leben zwischen literarischen Höhen und repressivem politischem System. Zwischen geistiger Erfüllung und leerem Magen. Erzählt in einem Dialog zwischen Dichter und Mensch. Genie und hungernder Künstler. Charmeur und Zweifler. Zwiesprache einer gespaltenen Persönlichkeit, in der Daniil Charms als streitbarer Mensch & geniales Gesamtkunstwerk sichtbar wird.

 

Regie: Erla Prolius

Es spielen: Eva Engelbach, Stephan Möller-Titel, Jörg Oswald und Monika Reinboth.

Foto:@walter.schmitz

Mit freundlicher Unterstützung der GVL / Neustart Kultur.
Weitere Informationen unter www.kunst-im-schrank.de

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