Aktive des Nachbarschaftsgartens Neuwiedenthal mit Mitbegründer Peter Schmdt (Mitte, mit grünem Cappi): Sie alle hoffen, dass ihr Garten an dieser Stelle erhalten werden kann. Foto: wittenburg

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe. Der Neuwiedenthaler Nachbarschaftsgarten muss verlegt werden. Der Pachtvertrag für den rund 2.000 Quadratmeter großen Bereich zwischen Striepenweg (rechts des P+R-Hauses) und S-Bahn läuft am Jahresende aus und wird nicht verlängert. Die Bahn benötigt das Gelände. Das Bezirksamt hat zugesagt, den rund 40 Nachbarschaftsgärtnern eine Ersatzfläche anzubieten.
Hintergrund: Ursprünglich sollte der Nachbarschaftsgarten 2018 zwischen Gerdauring und Luhering angelegt werden. Wegen Anwohnerbeschwerden wurde auf die Gewerbefläche an der S-Bahn, die frühere Zirkuswiese, ausgewichen.
Seither haben die Gartenfreunde dort viel verändert: Obstbäume und Beerensträucher wurden gepflanzt, Beete, Hochbeete, Staketenzäune aus Kastaninenholz, ein Geräteschuppen, ein Bienenstock und ein eigener Brunnen kamen dazu. Von Beginn an war klar, dass das Kleingartenparadies nur von begrenzter Dauer sein wird. Pachtverträge wurden immer nur für ein Jahr abgeschlossen, damit die Gewerbefläche – wenn sie denn benötigt wird – schnell zur Verfügung steht.
Jetzt braucht die DB Netz AG das Gelände. Das Unternehmen hat den Auftrag, die Kapazität auf der störungsanfälligen S-Bahn-Strecke Neugraben-Harburg-Hauptbahnhof zu erhöhen sowie hier die Infrastruktur zu modernisieren und für die geplante weitere Linie S32 (Neugraben-Elbgaustraße, Fertigstellung Ende 2027) vorzubereiten.
Die Neuwiedenthaler Gartenfläche wird zum Ausbau von Stellwerktechnik und Stromversorgung benötigt. „Ein geeigneter Alternativstandort ist nicht verfügbar“, teilt eine DB Netz-Sprecherin auf Anfrage mit.
Damit steht fest: Der Stadtteilgarten muss Ende 2022 umziehen. „Der Garten steht für eine lebendige Nachbarschaft und ehrenamtliches Engagement. Das Bezirksamt ist sehr an der Fortführung interessiert“, erklärte Sandra K. Stolle (Bezirksamt Harburg), „den Nachbarschaftsgärtnern wird eine Ersatzfläche angeboten.“

„Ein Garten für die Nachbarschaft“
Der Nachbarschaftsgarten ist weit mehr als nur ein normaler Garten, eher ein Ort der Begegnung. „Man lernt sich kennen, man sieht sich regelmäßig, ist offen und hat die Gemeinsamkeit Garten“, beschreibt Peter Schmidt, Vorsitzender des „Stadtteilvereins Neuwiedenthal“.

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