Freund der Stadtbahn: Alexander Montana. Foto: VCD Nord

Verkehrsclub Deutschland kritisiert Bürgermeister Tschentscher und prangert Fehler an

Dirk Andresen, Hamburg-West

Der Startschuss für Hamburgs ehrgeizigstes und teuerstes Bauprojekt seit vielen Jahren ist gefallen. Acht Milliarden Euro wird die neue U5, die ihre Fahrgäste in einigen Jahren von den Arenen in Stellingen über Eimsbüttel, Eppendorf und die City Nord schließlich bis nach Bramfeld bringen soll, kosten. Der Senat ist fest entschlossen, das Projekt durchzuziehen, Bürgerinitiativen und Umweltverbände gehen dagegen immer vehementer auf die Barrikaden.

Anlass für den neuesten Streit: Der erste Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD), attackierte jetzt bei einem offiziellen Termin das von den U5-Gegnern favorisierte Alternativ-Modell einer Stadtbahn ziemlich heftig. Solche „Stahlungetüme baut heute keine andere große Metropole mehr“, so seine Behauptung.

Umweltfreundlich und leistungsfähig

Eine Einschätzung, die jetzt den Landesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Hamburg auf die Palme bringt. „Bei einer modernen Stadtbahn handelt es sich tatsächlich um einen umweltfreundlichen und leistungsfähigen Verkehrsträger. Auf eigenen, begrünten Trassen, dient eine Stadtbahn der besseren Stadtgestaltung und einer klimafreundliche Umverteilung des Straßenraums. Weltweit haben das bereits viele Metropolen unter Beweis gestellt.“ Bleibt die Frage: Warum stemmt sich der Senat gegen eine solche, im Vergleich zur U5 laut Experten finanziell zehnmal günstigere, zudem wesentlich umwelt- und bürgerfreundlichere Lösung? Warum soll das umstrittene Projekt U5 unbedingt durchgezogen werden?

Alexander Montana, Vorstandsmitglied im VCD Hamburg, dazu: „An dem Thema haben sich in Hamburg schon zu viele Politiker und Parteien die Finger verbrannt. Ein Kardinalfehler war auf jeden Fall, dass von Anfang an die von den umfangreichen Bauarbeiten betroffenen Bürger aber auch Geschäftsleute viel zu wenig in Diskussionen und Entscheidungen einbezogen wurden.“ Montana zählt zudem auf, welche zusätzlichen Vorteile der Bau einer Stadtbahn hat: „Wenn man tangentiale Stadtbahnen mit dem bestehenden und neuen Schienennetz gut verknüpft, entstehen nach 2030 in Hamburg ganz neue Möglichkeiten, auf der Schiene unterwegs zu sein, ohne über den ständig überlasteten Hauptbahnhof fahren zu müssen.“

Der VCD-Sprecher in Hamburg liest Tschentscher und Co. wegen ihrer sturen Haltung ziemlich deutlich die Leviten: „Hamburg hat sich ambitionierte Ziele in der Klimapolitik gesetzt. Um klimaneutral zu werden, sollte Hamburg nicht der möglichen Einführung einer Stadtbahn ablehnend begegnen, sondern vielmehr Verkehrsprojekte wie die A26 Ost kritisch hinterfragen.“ Fortsetzung folgt…

>> nord.vcd.org

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