Das schicke urbane Quartier am Wasser bleibt vorerst ein Traum. grafik: CG Gruppe

Andreas Göhring, Harburg. Am Eingangstor zum Harburger Binnenhafen könnten mehr als 500 Wohnungen, zwei Hotels, eine Kita und ein Gewerbeblock gebaut werden. Aber der Eigentümer der Grundstücke für die Projekte Neuländer Quarree und New-York Hamburger mauert. Die Adler Group ist in finanziellen Schwierigkeiten. Hier geht nichts mehr voran.
Vor zehn Jahren wurde das 200-Millionen-Euro-Projekt Neuländer Quarree mit großem Pomp im Harburger Rathaus vorgestellt. Es gab Champagner und Schnittchen, dazu jede Menge wichtiger Herrschaften. Und Projektentwickler Implan schwärmte von einem „weltweiten Leuchtturm“.
Wenig später gab es schon den ersten Wechsel. Für die Projektentwicklung zeichnete jetzt ein Unternehmen mit dem verheißungsvollen Namen „Goldwert Gruppe“ verantwortlich. Tatsächlich schaffte sie es aber, die nötige Änderung des Bebauungsplans voranzutreiben.
Wie beim benachbarten Projekt, mit dem den denkmalgeschützten Hallen der New-York Hamburger Gummiwaaren Compagnie als „ECO-City“ neues Leben eingehaucht werden sollte, stockte es dann. Plötzlich tauchten neue Eigentümer auf, von denen einer sogar mit einem roten Ferrari direkt vors Harburger Rathaus gefahren sein soll, um Politik und Verwaltung zu beeindrucken. Das klappte natürlich nicht.
Einige Jahre später übernahm der als „kreativer Macher“ gefeierte Christoph Gröner mit seiner CG-Gruppe beide Projekte. Er sorgte für neue Ideen und einen Architektenwettbewerb. Wieder konnte Harburg träumen.
Aber dann wechselten erneut die Eigentümer. Erst ging die gesamte CG-Gruppe an die Adler Group, wenig später stieg ein Investorenkonsortium mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Guernsey ein. Das Geld soll aber nicht richtig geflossen sein, also ging alles zurück an die Adler Group. Die wiederum soll laut einem Gutachten von Wirtschaftsprüfern hoch verschuldet sein.
Was nun? Das Bezirksamt hat zurzeit keinen Kontakt zu den Projektentwicklern. Die größte Hürde: Beide Grundstücke waren zuvor Privateigentum oder sie gehörten der Bahn AG. Ein Vorkaufsrecht kann die Stadt deswegen nicht einfach in Anspruch nehmen.
„Dazu müssten die Grundstücke selbst verkauft werden“, sagt Frank Richter, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Bisher sind allerdings nur die jeweiligen Unternehmen steuersparend verkauft worden.

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