Große Freude bei Cassandra Orschel: das Publikum jubelte ihr zu, Orschel war zum ersten Mal beim Springderby gestartet. Foto: C.B.P. Photography Pferdesport, Turnier in Hamburg , Deutsches Spring und Dressur Derby Finale und Grosser Preis am So. 29.05.22 © Claus Bergmann

Klein Flottbek. Der Regen der vorangegangenen Woche hatte den Turnierplatz ordentlich aufgeweicht. Für die aus Hamburg stammende und für Polen startende Cassandra Orschel (29) und ihre Holsteiner Stute Dacara (11) war das kein Problem: Als erste Frau seit dem Sieg von Caroline Bradley 1975 gewann die Derby-Debütantin vor 20.000 begeisterten Zuschauern überraschend das 91. Deutsche Springderby nach einem Stechen.
Zwei Jahre hatte es coronabedingt kein Springderby in Klein Flottbek gegeben. 52 Reiter hatten ab Mittwoch versucht, sich zu qualifizieren. Nicht dabei: der vorige Derbysieger Nisse Lüneburg. Der 1.250 Meter lange und seit rund hundert Jahren unveränderte Flottbeker Springparcours ist einer der Schwersten weltweit, so dass schließlich nur 28 Reiter an den Start der Hauptprüfung am Sonntag gingen.

Start war holprig: Zwei Starter schieden aus
Der Start verlief holprig: zwei Starter beendeten den Parcours nicht. Erst der sechste Reiter Kai Rüder kam mit seinem Pferd Cross Keys mit zwei Fehlern (acht Fehlerpunkte) und einer Chance auf den Sieg ins Ziel. Direkt nach im startete Orschel und setzte sich mit nur einem Fehler (vier Punkte) an der Planke nach dem großen Wall an die Spitze. Erst das 23. Paar, Sandra Auffarth mit La Vista schaffte den Parcours auch mit nur vier Fehlerpunkten, ebenso wie nach ihr Frederic Tillmann mit Comanche und der dreimalige Derby-Sieger und Europameister André Thieme mit Contadur – ein Stechen war unausweichlich.

Favoriten schafften es nicht ins Stechen
Die beiden Favoriten Shane Breen und Benjamin Wulschner – Wulschner hatte die erste Qualifikation mit Platz zwei beendet und die zweite gewonnen – waren damit draußen: Beide kassierten jeweils zwölf Strafpunkte und erreichten das Stechen nicht.
Das beendete Cassandra Orschel dann als einzige mit null Fehlerpunkten vor Frederic Tillmann (4 Punkte), André Thieme (8 Punkte, 50,08 Sekunden) und Sandra Auffarth (8 Punkte, 52,29 Sekunden). Kleiner Trost für Auffarth: Sie wurde mit dem Stilpreis dieser Prüfung für einen besonders harmonischen Ritt ausgezeichnet.

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