13 Jahre lang präsentierten Hartmut Sauer, Monika Lütgert und Jürgen Wunder (v.l.) kleine Kunst an Wilhelmsburger Orten. Foto: k.p. Flügel

K.P. Flügel, Wilhelmsburg. Nach 13 Jahren beendet der Verein „Kleine Kunst auf Wilhelmsburg“ seine Aktivitäten. „Am 25. Juni ist Schluss. Bevor wir das immer weitermachen und ausdümpeln lassen, machen wir einen Schnitt“, sagt Vereinsvorstand Hartmut Sauer.
Seine Mitstreiterin Monika Lütgert fügt hinzu: „Da wir alle in den 70ern sind und keine Nachfolger gefunden haben, fassten wir diesen Beschluss. Das wollten wir schon vor zwei Jahren machen. Es war Hartmut Sauers Idee, nicht einfach wegen Corona aufzuhören, sondern zu warten, bis Corona vorbei ist.“ Zum Abschluss wird es noch einmal eine Lesung aus Patrick Süskinds „Der Kontrabass“ mit Schauspieler Wolfgang Hartmann geben. „Mit diesem Stück haben wir in der Windmühle angefangen und hören wir auf“, sagt Monika Lütgert, die zusammen mit Hartmut Sauer und Jürgen Wunder den Vorstand gebildet hat.
Ausgangspunkt für Lütgerts kulturelle Aktivitäten sei das Wirken der Wilhelmsburgerin Ursula Falke gewesen, die im Stadtteil „viele klitzekleine Kulturveranstaltung regelmäßig hat stattfinden lassen“. Ihr kulturelles Engagement habe man sympathisch gefunden und fortführen wollen. Zuerst rein privat, doch dann wurde schnell gemerkt, dass man einen Verein gründen musste. „Das war wichtig, um nicht kostendeckende Veranstaltungen mit zu finanzieren“, ergänzt Hartmut Sauer, im Verein zuständig für Finanzen und rechtliche Aspekte. Staatliche Fördergelder seien nie beantragt worden.
„Das Programm beruhte im wesentlichen auf dem, was ich eruiert hatte“, so Monika Lütgert. Auch Jürgen Wunder habe sich neben der Pressearbeit programmlich engagiert. Zu erleben gab es an unterschiedlichen Orten im Stadtteil viele Veranstaltungen. Von kulinarischen Gedichten und Geschichten über Akkordeon-Musik bis Zauberstückchen. Anklang fanden auch Lesungen in Wilhelmsburger Gärten mit Literatur von Brecht bis Kishon.
Die Besucher konnten die Künstler hautnah erleben – in den Pausen gab es immer etwas zu essen und zu trinken. „Badischen Wein!“, wirft Monika Lütgert ein. Die für 40 bis 80 Zuhörer konzipierten Veranstaltungen fanden an besonderen Orten statt. Der Vereinsvorstand findet es natürlich schade, dass Veranstaltungen dieser Art in Zukunft wegfallen. Wer sich berufen fühlt, den Verein weiterzuführen, ist herzlich aufgefordert, sich zu melden.
>> www.kleine-kunst.com

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