Spaß statt Akkord: Erich Thimm in den Spargelfeldern in Hollenstedt. Foto: pr

Wie der Eimsbütteler Erich Thimm (71) mit dem
Edelgemüse den Filmraum sponsert

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Er kann die Füße einfach nicht still halten. Erich Thimm ist zwar eigentlich seit Jahren im Ruhestand. Aber in selbigem hat der Eimsbütteler in den vergangenen Jahren unter anderem mehr als 60 Marathons gelaufen (das Elbe Wochenblatt berichtete). Kein Wunder, dass es den inzwischen 71-jährigen schon wieder in den Füßen juckt. Sein Ziel diesmal: die Lüneburger Heide.

„Da bin ich draußen an der frischen Luft, bewege mich – ich muss mir ja selber
keinen Stress mit Akkord oder so einem Quatsch machen. Dann ist das doch gesund
Erich Thimm über
das Spargelstechen

Dort, in Hollenstedt auf dem Spargelhof Oelckers, hat der örtliche Spargelbauer seit dem Ausfall seiner rumänischen Erntearbeiter 2020 wegen Corona ein Spargelfeld an Leute verpachtet, die das Edelgemüse selbst stechen und ernten – so wie Erich Thimm. Der schnappte sich jetzt einen Freund, juckelte mit dem Fahrrad von Hamburg aus auf sein Feld in der Heide, erntete dort mehr als 20 Kilo, die er mithilfe von Fahrrad und Freund wieder nach Eimsbüttel karrte – und dort für einen sehr guten Zweck auch gleich nach den absolvierten 65 Kilometern in die Nordheide wieder an den Kunden brachte.

Denn: Diese Woche verkaufte der umtriebige Rentner seine Ernte abends vor dem Filmraum, Müggenkampstraße 45“ – eben um diesen per Spende unter die Arme zu greifen.

„Warum ich das mache?“, sagt Thimm, „weil das ein sehr unterstützenwertes kleines Programmkino ist, das oftmals sehr gute Filme zeigt, die in der dritten Welt wie in Lateinamerika entstanden sind und uns Problematiken aufzeigen, wie andere, teurere Produktionen aus Europa oder den USA es einfach nicht können. Das finde ich sehr wichtig und deshalb unterstütze ich das.“

Spargelzeit ist für Erich Thimm Spendenzeit – außer für das Filmprojekt hat er auch schon Spargel für Sportler in Afrika und Flüchtlinge aus der Ukraine gestochen und verkauft. Aber warum ausgerechnet Spargelstechen? Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß, dass das wirklich megaanstrengend und teils auch sehr schmerzhaft sein kann. Für Marathonmann Erich allerdings nicht, dafür ist der drahtige ETV-Läufer noch viel zu fit: „Da bin ich draußen an der frischen Luft, bewege mich – ich muss mir ja selber keinen Stress mit Akkord oder so einem Quatsch machen. Dann ist das doch gesund.“

>> www.filmraum.net

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