Bei der Abschieds-Radtour (v. l.): Kaja Steffens (CDU Lurup), Sabine Tengeler, Christian Bertruch (Emmauskirche), Cedric Williams, Annette Hillen (Projekt „100.000 Schmetterlinge“), Maren Schamp-Wiebe (Luruper Forum). Foto: cvs

Stadtteilhaus Lurup: Geschäftsführerin Sabine Tengeler
hört auf – bleibt aber auch da

Ch. v. Savigny, Lurup

„Heute morgen bin ich praktisch entführt worden“, lacht Sabine Tengeler. Nein, sie habe nicht die geringste Ahnung gehabt, was an dem Tag auf sie zukomme. Rund vier Stunden lang lotsten Weggefährten, Freunde, Kolleginnen und Kollegen die 65-Jährige per Fahrradkorso kreuz und quer durch den Stadtteil und besuchten Einrichtungen, mit denen Tengeler im Laufe ihrer 18 Jahre andauernden Tätigkeit eng verbunden war.

Ich trete ein Stück zur Seite, werde aber weiterhin
im Viertel aktiv bleiben
Sabine Tengeler,
Stadtteilhaus Lurup

Seit Anfang Mai ist die frühere Geschäftsführerin des Stadtteilhauses Lurup im Ruhestand, als Nachfolgerin hat Beate Kral das Ruder übernommen. Wobei der Ausdruck „Ruhestand“ auf die emsige Stadtteil-Kümmerin eigentlich überhaupt nicht passt: „Ich trete ein Stück zur Seite, werde aber weiterhin im Viertel aktiv bleiben“, verspricht Tengeler. Die Stadtteilzeitung „Lurup im Blick“ etwa wolle sie weiterhin mitgestalten. „Ich fürchte, es werden noch viele Tränen fließen“, so Tengeler. „Nicht so sehr, weil ich traurig bin, sondern weil ich gerührt bin über die große Anteilnahme!“

Vor dem Stadtteilhaus am Böverstland traf Sabine Tengeler ihre langjährigen Weggefährtinnen Jutta Krüger und Romana Carstesen (v. r.) vom Lichtwark-Forum. Foto: cvs

Besucht wurden unter anderem die Fridtjof-Nansen-Schule, das Spielhaus Fahrenort sowie das Kinder- und Familienzentrum in der Netzestraße. „Ein besonders schöner Moment“, sagt Tengeler über den Besuch im „KiFaZ“: „Wir haben das mitaufgebaut, und es ist toll zu sehen, wie viel dort mittlerweile entstanden ist!“

Insgesamt wurden knapp 20 Stationen angefahren – überall gab es kleine Geschenke, die praktischerweise per Fahrradanhänger weitertransportiert wurden. Jutta Krüger, Vorsitzende des Lichtwark-Forums und langjährige Weggefährtin von Sabine Tengeler: „Wir haben seit 2008 eng zusammengearbeitet und immer Freud und Leid geteilt. Sie hatte so viele Ideen und war immer zur Stelle, wenn jemand Hilfe brauchte!“

In ihrer Funktion als Geschäftsführerin wirkte Tengeler insbesondere im Bereich Kultur (unter anderem Theater, Lesungen, Poetry-Slam), sie engagierte sich in der Gesundheitsförderung und brachte Institutionen und Projektpartner zusammen. „Ihre Stärken liegen meiner Meinung nach in der Verbundenheit mit dem Stadtteil, der Leidenschaft für Gremienarbeit und der offenen Art, auf Menschen zuzugehen und diese mit all ihren positiven Eigenschaften zu sehen“ sagt Maren Schamp-Wiebe, Vorstandsmitglied des Luruper Forums.

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