Auspacken in Hermannstadt: Pfarrer Kilian Dörr (li.), ein ukrainischer Helfer (Mi.) und Schulleiter Cornelius Motschmann besprechen, wie das am besten bewerkstelligt wird. Foto: privat

HAMBURG. So schnell wie zunächst gehofft, ist der Krieg in der Ukraine nicht vorbei. Inzwischen kommen auch Kriegsverletzte bei uns an. Die Geflüchteten in der Stadt müssen sich auf einen längeren Aufenthalt einstellen. Noch immer sammeln Hamburger für die Flüchtlingshilfe.
Am Donnerstag der vergangenen Woche hat ein Airbus „A310 MedEvac“ der Bundeswehr 33 Verletzte aus der Ukraine zur Behandlung nach Hamburg gebracht. An Bord waren zusätzlich sechs Begleiter. Das Flugzeug – auch „Fliegende Intensivstation der Luftwaffe“ genannt – hatte die Patienten aus Polen abgeholt.
Von Hamburg aus wurden sie auf verschiedene norddeutsche Krankenhäuser verteilt, zehn von ihnen werden in Hamburg versorgt, darunter zwei im Universitätsklinikum Eppendorf UKE und drei in Asklepios-Kliniken.
Unter den Verletzten sind auch Menschen mit schweren Kriegsverletzungen. Ob es sich um Soldaten oder Zivilisten handelt, ist nicht bekannt. Bisher werden schon fünf Patienten aus der Ukraine im Unfallkrankenhaus Boberg und einer im UKE behandelt.
Aufenthalt ist für ein Jahr gesichert
Der Status der aus der Ukraine Geflüchteten ist im Übrigen schnell relativ gesichert: Wer sich im Ankunftszentrum am Bargkoppelweg in Rahlstedt oder im Amt für Migration an der Hammer Straße registrieren lässt, bekommt – ohne Asylverfahren – sofort die Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Das ist in der neuen „Massenzustrom-Richtlinie“ geregelt, die seit März in der EU angewendet wird. Ukraine-Flüchtlinge haben dann das Recht, hier zu arbeiten und dürfen selbst entscheiden, wo und wie sie wohnen. Falls sie mit ihrem ukrainischen Auto hergekommen sind und hier keine gültige Versicherung haben, übernehmen deutsche Haftpflichtversicherer sogar Schäden, zumindest bis Ende Mai.
Ab Juni Hartz-IV-Empfängern gleichgestellt
Ab Juni erhalten sie – entsprechend einem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz – die gleichen Sozialleistungen wie Hartz-IV-Empfänger, können in Hamburg das Geld schon jetzt beantragen. Das verstehen Geflüchtete aus anderen Krisenregionen nicht immer: Sie müssen ein oftmals Jahre dauerndes Asylverfahren durchlaufen, bevor sie zum Beispiel arbeiten und sich eine normale Wohnung suchen dürfen.

Aufladen am Dörpsweg: Ein Team des Gymnasiums brachte die Hilfsgüter nach Rumänien.

Die meisten Ukraine-Flüchtlinge leben aber in den Nachbarstaaten der Ukraine. Zum Beispiel das Gymnasium Dörpsweg unterstützt Familien, die im 1.700 Kilometer entfernten rumänischen Hermannstadt (Sibiu) von der dortigen evangelischen Kirchengemeinde versorgt werden. Dort gewünschte Hilfsgüter und 6.000 Euro, unter anderem für zusätzliche Duschen in den Unterkünften und den Transport der Hilfsgüter wurden gespendet. Schulleiter Motschmann, Susanne Kathary und Volker Wegner brachten alles persönlich nach Rumänien.

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