Mietpreise bei Neu-Vermietungen. Grafik: Gymnasium Ohmoor

Studie des Gymnasiums Ohmoor: Bei Neu-Vermietungen steigt die Miete deutlich an – Altona mit Rückgang auf hohem Niveau

Volker Stahl, Hamburg-West

Die Mieten in Hamburg erreichen Rekordwerte. Laut der aktuellen Studie des Gymnasiums Ohmoor werden bei der Neuanmietung von Wohnraum im Stadtgebiet durchschnittlich 14,25 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete fällig. 2021 waren es noch 13,40 Euro.

Seit 36 Jahren erheben Geografie-Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Gymnasiums Daten zum Hamburger Wohnungsmarkt. Im Jahr 2010 wurden bei Neuvermietungsangeboten im Durchschnitt noch 10,24 Euro verlangt, heute sind es vier Euro mehr. Als Grundlage der Untersuchung dienten mehr als 8.000 anonymisierte Datensätze, die von dem Internetportal Immonet zur Verfügung gestellt worden waren.

Die größten Steigerungen in der Hansestadt gab es in den Stadtteilen Barmbek (+32 Prozent gegenüber dem Vorjahr), Billstedt (+16,8 Prozent), Bahrenfeld (+16,1 Prozent), Harburg (+12,6 Prozent) und Rotherbaum (+11,5 Prozent). Am teuersten ist das Wohnen – wie bisher – in der HafenCity, wo die Angebotsmieten auf dem freien Markt bei durchschnittlich 22,09 Euro pro Quadratmeter liegen.

Vereinzelt wurden bei Neuvermietungen aber auch Preisnachlässe festgestellt: Altona (-13,8 Prozent), Wilhelmsburg (-11,1 Prozent) und Bergedorf (-11,1 Prozent). In Neugraben-Fischbek stagnieren die Mieten (+3,5 Prozent), ebenso in Eidelstedt (+1,8 Prozent) oder Blankenese (-1,7 Prozent).

Wer weniger als zehn Euro pro Quadratmeter Kaltmiete zahlen möchte, muss, so zeigt die Studie, sehr lange suchen. Angebote gab es in Neuenfelde, Finkenwerder, Neuengamme und Steilshoop.

Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg, fordert, bei der Mietpreisbremse nachzujustieren: „Das Instrument hat zu viele Ausnahmen und keine Sanktionsmöglichkeiten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“

Kritische Worte zur Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt kommen von den Linken. „Ein Ende der Mietenexplosion ist nicht in Sicht. Wenn der Senat nicht endlich dafür sorgt, mehr preisgünstige und geförderte Wohnungen zu bauen, sehe ich für die heutigen und zukünftigen Mieterinnen und Mieter in dieser Stadt schwarz“, sagt deren wohnungspolitische Sprecherin Heike Sudmann.

Kritik an der Studie übt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), dessen Mitgliedsunternehmen – Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften – in Hamburg 300.000 Wohnungen verwalten: „Die Zahlen aus Ohmoor sind leider nicht repräsentativ und spiegeln nicht die Wirklichkeit des Hamburger Wohnungsmarktes wider.“

Warum? Zum Beispiel weil die relativ niedrigen Neuvermietungsmieten der Hamburger Genossenschaften, deren Angebote meist nicht in Internetplattformen zu finden sind, nicht in die Studie eingeflossen sind. Die durchschnittliche Nettokaltmiete aller 2021 neu vermieteten Wohnungen der im VNW organisierten Wohnungsgesellschaften liege bei 7,79 Euro pro Quadratmeter.

Der Geschäftsführer des Hamburger Grundeigentümerverbands Ulf Schelenz attestiert den Schülern, eine „sehr gute Studie“ angefertigt zu haben. Auch ihm bereitet die Entwicklung auf dem Mietmarkt Sorge. Er empfiehlt als Gegenmittel: „Bauen, bauen, bauen.“

 

Übersicht

So hoch sind die Neuvertragsmieten im Hamburger Westen (pro Quadratmeter in Euro):
Altona: 18,38
Bahrenfeld: 16,18
Blankenese: 15,06
Eidelstedt: 12,12
Eimsbüttel: 16,44
Lurup: 11,55
Nienstedten: 16,66
Osdorf: 15,01
Ottensen: 17,36
St. Pauli: 17,73

Quelle: Gymnasium Ohmoor

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