Lohkampstraße, Ecke Niekampsweg: Der Radweg ist vorbildlich markiert, endet allerdings auf der schmalen und viel befahrenen Fahrbahn nach circa 20 Metern. Anwohnerin Sybille Krüger fühlt sich auf dem Rad deutlich unsicherer als früher. Foto: cvs

Lohkampstraße: Landesbetrieb lässt alten Fahrradweg
entfernen, sorgt aber nicht für Ersatz

Ch. v. Savigny, Eidelstedt

Auf den ersten Blick wirkt die neue Fahrbahnmarkierung in der Lohkampstraße so, als habe hier jemand besonders aufmerksam für Hamburgs Radfahrer sorgen wollen: Dicke, weiße Streifen geben die Richtung vor, an einigen Stellen wurde auch der Belag des Radwegs ausgetauscht. Doch wer den Markierungen folgt, erlebt eine herbe Enttäuschung: Die neue Wegeführung endet an mehreren Stellen quasi im Nichts – das heißt, auf der Straße. Warum? Ein halbes Jahr lang Baustelle ohne erkennbaren Nutzen – vielleicht ein Schildbürgerstreich? Lediglich die Fußgänger scheinen vom Umbau zu profitieren, sie haben jetzt doppelt so viel Platz.

Von den Baumaßnahmen betroffen sind die Straßenabschnitte Johann-Schmidt-Straße bis Haltestelle „Lohkampstraße 45“ (stadtauswärts rechte Seite, circa 150 Meter), sowie „Lohkampstraße 45“ bis Einmündung Niekampsweg (stadtauswärts linke Seite, knapp 300 Meter). Zwischen Oktober 2021 und März 2022 wurde hier gearbeitet, währenddessen war die Fahrbahn für den Verkehr gesperrt.

Biker werden von Autofahrern angehupt

Anwohnerin Sybille Krüger fragt sich inzwischen, was der ganze Aufwand bezwecken sollte. „Als Radfahrerin fühle ich mich jetzt deutlich unsicherer“, sagt sie. „Teilweise muss man sich zwischen Autoverkehr und parkenden Autos durchzwängen. Durch die Lohkampstraße führen zwei Buslinien (Nr. 181 und 281, d. Red.), außerdem gibt es unweit eine Schule.“ Aufgrund der Enge sei es schon vorgekommen, dass Radler von Autofahrern angehupt wurden. „Wenn schon Umbau, dann hätte man unbedingt Radfahrstreifen anbringen müssen“, findet Krüger, die täglich auf dem Rad unterwegs ist. Der bisherige Radweg sei zwar holprig, aber immerhin funktionstüchtig gewesen. „Hamburg soll Fahrradstadt werden, das passt einfach nicht zusammen“, ärgert sich die Anwohnerin.

Hintergrund für die Maßnahme ist laut zuständigem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) der gleichzeitige Ausbau der Veloroute 14, die die Lohkampstraße in Höhe Jarsmoor kreuzt. „Das Ende der Veloroute wurde baulich in die Kreuzung hinein verlängert“, erklärt LSBG-Sprecher Henning Grabow. Dies diene hauptsächlich der Sicherheit. „So werden die Radfahrenden beim Annähern besser gesehen und nicht von parkenden Fahrzeugen verdeckt.“

Außerdem hätte der alte Radweg zu einer unklaren Vorfahrtssituation geführt – ohne entsprechenden Umbau sei eine „Entschärfung“ nicht möglich gewesen. Der LSBG weist darauf hin, dass die parallel verlaufende Pinneberger Chaussee im Zuge des Veloroutenausbaus neue Radfahrstreifen bekommen hat.

1 KOMMENTAR

  1. Ich stimme der Anwohnerin zu, dass es deutlich schlechter für Radfahrer an dieser Stelle geworden ist. Ausgerechnet dort, wo Autos auf der Straße parken, wir der Radweg auf die Straße geleitet. Damit müssen sich die Autos beider Richtungen und der Radierer Richtungen Eiderstedter Platz eine Fahrspur „teilen“. Das macht keinen Sinn.

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