Der Shuttle-Dienst Moia wird südlich der Elbe nicht angeboten. Grafik: pr

Kein Moia-Shuttle-Bus, keine Anwohner-Parkzonen, kaum E-Ladesäulen – dafür Staus und Dauerbaustellen

Andreas Göhring, Hamburg-Süd

Die Mobilitätswende ist im Bezirk Harburg noch lange nicht angekommen. Nördlich der Elbe gibt es jede Menge Carsharing-Angebote, den Shuttlebus Moia, Lastenfahrräder zum Ausleihen, ein dichtes Netz von Elektro-Ladesäulen und inzwischen 42 Bewohner-Parkzonen, um die Wohnquartiere zu entlasten und einen Anreiz zur Nutzung des ÖPNV zu schaffen.

In Harburg gibt es das alles kaum. Staus und Dauerbaustellen lassen eher an einer Mobilitätswende zweifeln. Anwohner-Parkzonen südlich der Elbe? Fehlanzeige, nach Auskunft des Landesbetriebs Verkehr gebe es aus dem Bezirk Harburg auch kaum Aktivitäten für solche Zonen.

Dabei verkennen die Fraktionen der aktuellen rot-grünen Koalition durchaus nicht deren verkehrslenkenden Möglichkeiten. „Das gilt vor allem in den Quartieren, in denen ein großer äußerer Parkdruck von Beschäftigten angrenzender Einrichtungen wie der TU oder der Asklepios-Klinik ausgeht“, sagt SPD-Fraktionschef Frank Richter.

Der Anreiz für Verzicht auf den privaten Pkw in verdichteten Quartieren ist noch nicht groß genug
Michael Sander,
Grüne Harburg

Auch Michael Sander, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, sieht in der Parkraumbewirtschaftung durchaus ein gutes Instrument, „um knappen Parkraum denen zur Verfügung zu stellen, die ihn benötigen“. „Allerdings ist aus unserer Sicht bisher der Anreiz für Verzicht auf den privaten Pkw in verdichteten Quartieren noch nicht groß genug“, sagt Sander. Wie Frank Richter verweist er auf die Initiativen der Koalition, im Neugrabener Zentrum, rund um die TU und auch in Wilstorf Möglichkeiten der Parkraumbewirtschaftung zu untersuchen.

Jörn Lohmann, Fraktionschef der Linken, findet dagegen klare Worte: „Der Bezirk Harburg wird nicht nur bei der Mobilitätswende vom Hamburger Senat stiefmütterlich behandelt.“ Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass besonders Quartiere mit geringeren Durchschnittseinkommen weniger Beachtung durch den Senat bekommen.

Ganz anders wiederum sieht es die FDP. „Bewohnerparken ist nicht das richtige Mittel, um Hamburgs Verkehrsprobleme zu lösen“, sagt Fraktionschefin Viktoria Ehlers. Die Mobilitätswende könne nur durch Anreize, nicht aber durch Schikane der Autofahrer vorangetrieben werden.

1 KOMMENTAR

  1. Das ist genau meine Meinung!
    Bei uns in Harburg City parken Leute, die in den Arcaden arbeiten!
    ALLE! Bewohner dieser Straßen hier, sind für eine Anwohner-Parkzone! Dafür würden ALLE auch gerne zahlen!
    Dafür könnte ich innerhalb kürzester Zeit auch tausende Unterschriften sammeln!
    manchmal bekomme ich nicht mal mit meinem Smart einen Parkplatz, ohne im Halteverbot zu stehen!
    Was können wir denn dafür tun?

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