Der Markt geht vor, sagt das Bezirksamt. Veranstaltungen sollten an anderen Tagen geplant werden. Foto: Panthermedia

Von Jörg Marwedel

Es ist nicht nur Sabine Juchheim, die Quartiersmanagerin der Interessengemeinschaft der Blankeneser Kaufleute, die den neuen Blankeneser Marktplatz als „Platz der Begegnung“ sehen möchte. Aber nach der teuren Renovierung gibt es viele Probleme, diese Idee umzusetzen. Nach Meinung der IG ist daran vor allem das Bezirksamt Altona schuld.
Aktueller Anlass ist das Verbot der von der IG geplanten Blankeneser Matjestage am 18. und 19. Juni. Mike Schlink, Sprecher des Bezirksamtes, sagt dazu: „Der Marktbetrieb steht über allem.“ Eine Verschiebung der Marktstände wegen dieses Festes sei nicht möglich, weil für mehrere Händler „keine Ausweichflächen zur Verfügung stehen, auch nicht für die benötigten Lager- und Kühlfahrzeuge“. Der Antrag sei „intensiv“ geprüft worden, stünde aber „dem Gemeingebrauch“ eines Marktplatzes entgegen. Der Senatsbeschluss zum „Fortbestand der Wochenmärkte“ stehe über allem.

Die Debatte startet jetzt erst richtig
Die Debatte über die Nutzung des Platzes geht aber jetzt erst los. Quartiersmanagerin Juchheim berichtet von Gesprächen mit den Marktbeschickern. Für den 17. Juni wurden Bezirkspolitiker eingeladen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Viele, sagt Juchheim, wollen den Marktplatz auch als attraktive Begegnungsstätte sehen und sich für die erweiterte Nutzung stark machen. Die Politiker entscheiden jedes Jahr über die Nutzungsgebühr von Veranstaltungen außerhalb des Marktgeschehens.
So waren die „Blankeneser Benzingespräche“, seit Jahren ein privates Treffen von Oldtimern, im vergangenen Jahr vom Bezirksamt mit sehr hohen Nutzungsgebühren verhindert worden. Aber auch da gibt es inzwischen Gespräche. Benjamin Harders, Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins, findet die „angedachte Erweiterung zu einem Mobilitäts-Forum unter Federführung eines gemeinnütziges Vereins sehr begrüßenswert“.
Dass nicht alle Blankeneser gemeinsam an dem Strang ziehen, ist jetzt bei den „Matjestagen“ deutlich geworden.

Harders, der außerdem Mitglied der Fraktion der Grünen in der Bezirksversammlung ist, berichtet, er habe das Veranstaltungskonzept nicht gekannt, somit hätte er sich auch nicht dafür einsetzen können. Juchheim wiederum nennt die Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein „nicht prickelnd“. Der Verein habe schon manches Vorhaben „gebremst“.
Dass die Matjestage in dem ehemaligen Fischerdorf Blankenese Geschichte sind, ist dagegen nicht zu erwarten. Die IG kämpft weiter für ein Zweitage-Fest am Freitag und Sonnabend mit Zelt und Musik. Wenn die aktuellen Gespräche gut ausgehen, werden die Matjestage immerhin 2023 stattfinden.

1 KOMMENTAR

  1. Ohh diese Blankeneser Überheblichkeiten, man nimmt sich dort – wie immer – zu wichtig! Und dann noch diese Berichterstattung des Wochenblattes, dass zB das Oldtimertreffen durch „sehr hohe Gebührenforderungen“ verhindert worden sei. Man kann ja wohl unterstellen, dass die Besitzer solcher Autos keine Sozialfälle sind und die exorbitante Gebühr von sage und schreibe 381.- (!!!) für die benötigte Fläche gemeinsam aufbringen können.

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