Die Erdarbeiten für das künftige Trinitatis-Quartier sind bereits gestartet. Gebaut werden unter anderem ein neues Gemeindehaus, eine Pilgerherberge sowie 33 Sozialwohnungen. Foto: cvs

Wegen Trinitatis-Quartier: Baui Hexenberg zieht Mitte 2023 auf die andere Seite der Königstraße um

Ch. v. Savigny, St. Pauli

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Nach längerer Planungszeit – den entsprechenden Beschluss hatte die Bezirksversammlung Altona bereits vor drei Jahren gefasst – soll der Bauspielplatz Hexenberg Mitte 2023 von dem Gelände an der Trinitatiskirche auf die andere Seite der Königstraße umziehen.

Hintergrund ist der Bau des sogenannten Trinitatis-Quartiers im direkten Umfeld der Kirche. Im Gegenzug wird das Gelände des Bauspielplatzes zur Grünfläche umfunktioniert. Gleichzeitig will die Stadt damit die „grüne Achse“ Altonas, die sich vom Bahnhof Holstenstraße bis hinunter zum Fischmarkt erstreckt, stärken und ausbauen. Die Kosten für den Umzug des im Stadtteil beliebten „Bauis“ liegen bei 1,5 Millionen Euro, die sich das Bezirksamt (340.000 Euro), der Quartiersfonds (gut 300.000 Euro) und das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE, 870.000 Euro) teilen.

Es gab ein umfangreiches Beteiligungsprogramm, bei dem die Kinder alle ihre Wünsche äußern konnten
Martin Karolczak,
Gemeinwesenarbeit St. Pauli

Durch die Umsiedlung wird sich die Außenfläche des Spielplatzes zwar deutlich verkleinern (von rund 1.800 auf 1.000 Quadratmeter), doch unzufrieden mit der Entwicklung sind die Betreiber keineswegs – eher im Gegenteil. „Es gab ein umfangreiches Beteiligungsprogramm, bei dem die Kinder alle ihre Wünsche äußern konnten“, sagt Martin Karolczak, Geschäftsführer der Gemeinwesenarbeit (GWA) St. Pauli, die als Trägerin für die Einrichtung verantwortlich ist. Ein Großteil dieser Wünsche werde nun umgesetzt.

So soll das neue Spielhaus ein ausgebautes Dachgeschoss mit Rückzugsraum bekommen, ebenso einen „Toberaum“ und eine Werkstatt. Weiterhin geplant sind Schaukeln, Rutschen und Beete für Blumen, Gemüse und Kräuter. Die fehlende Fläche wollen die Verantwortlichen dadurch kompensieren, dass der benachbarte Park östlich des jüdischen Friedhofs mitgenutzt wird. Bedenken habe es lediglich wegen der stark befahrenen Königstraße gegeben – die meisten Kinder wohnen südlich davon am Hexenberg, rund um den Fischmarkt und im Struenseequartier.

Diese Befürchtungen seien nun weitgehend ausgeräumt: So soll die Fußgängerampel bei der Aral-Tankstelle künftig länger Grün zeigen, der Radweg, auf dem die Radler die Königstraße hinuntersausen, wurde bereits auf die Fahrbahn verlegt. „Das Fachamt hat sich mit dem Beteiligungsprozess viel Mühe gegeben“, so Karolczak. Selbst unerfüllbare Wünsche wie ein eigenes Schwimmbad für den „Baui“ seien ausführlich mit den jungen Besuchern besprochen worden.

Der Bauspielplatz Hexenberg ist wochentags zwischen 14 und 18.30 Uhr geöffnet, in Ausnahmefällen wie Kindergeburtstagen auch sonnabends. Etwa 30 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren besuchen die Einrichtung pro Tag. Neben dem Werkeln am eigenen Holzhaus kann hier unter anderem Fuß- und Volleyball sowie Tischtennis gespielt werden. „Eine wichtige Rolle spielt bei uns das Experimentieren und Bauen mit Naturmaterialien“, sagt Leitungskraft Kathi Zeiger.

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