Hamburg. Ende Februar waren es täglich Hunderte, die ankamen, jetzt sind es nur noch wenige: Bisher sind 18.144 Ukrainer vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Hamburg geflohen, hat die städtische Verwaltung Anfang Mai gezählt. Wie geht es den Menschen jetzt? Finden sie nach der ersten Versorgung mit dem Nötigsten eine Unterkunft und Arbeit?
10.907 geflüchtete Ukrainer sind im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 65 Jahren. 533 von ihnen, davon 368 Frauen, sind schon bei der Agentur für Arbeit registriert. Viele der Geflüchteten haben eine gute Ausbildung: Knapp 30 Prozent haben sogar einen Hochschulabschluss, teilte der Senat auf eine Kleine Anfrage der FDP mit.
Aber auch, wer nicht gleich arbeiten kann, soll zum Arzt gehen können, wenn er krank ist: Ab 1. Juni werden geflüchtete Ukrainer vom Status der Asylbewerber in die Grundsicherung wechseln können. Das heißt: Sie können auch Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden, einschließlich der kostenlosen Mitversicherung von Kindern und Partnern.
Und haben alle ein Dach über dem Kopf? Bis jetzt wurden 19 so genannte „Interimsstandorte zur Unterbringung“ mit 7.276 Plätzen (Stand 16. Mai) für die Geflüchteten eingerichtet, die nur übergangsweise bestehen sollen, solange Bedarf da ist. Denn die Geflüchteten sollen sich möglichst Wohnungen suchen, was aber aufgrund des knappen Wohnungsangebotes in Hamburg schwierig sein dürfte.

Drohen Wuchermieten?
Ukrainische Geflüchtete sollen bei der Suche nach einer Wohnung besser vor Mietwucher geschützt werden. Das wünscht sich Justizsenatorin Anna Gallina. Denn es bestehe die Gefahr, dass die Notlage der Menschen auf dem engen Wohnungsmarkt ausgenutzt und ihnen Wohnungen mit unangemessen hohe Mieten angeboten würden. Deshalb will Gallina bei der Justizministerkonferenz am 1. und 2. Juni einen Gesetzesvorschlag machen Damit soll Mietwucher einfacher nachweisbar werden, und die Bußgelder sollen steigen. Die bestehenden Gesetze reichten nicht aus, um Mietwucher wirksam zu verhindern.
Viele Ukrainer sind aber auch privat bei Gastfamilien untergekommen. Wer sich an den Kosten für seine private Unterkunft beteilgen möchte, kann mit seiner Gastfamilie einen regulären Mietvertrag abschließen – die Stadt übernimmt dann auch solche Wohnkosten, solange sie „angemessen“ sind.

Benefizspiel: DFB All-Stars gegen HSV-Legenden
Und: Die Solidaritätsaktionen mit der Ukraine reißen in Hamburg nicht ab. Am kommenden Sonnabend, 28. Mai, spielen um 12 Uhr die „DFB All-Stars“ im Volksparkstadion gegen HSV-Legenden und Prominente für die Ukraine (Tickets für zehn, ermäßigt fünf Euro unter allstarsforukraine.reservix.de). Außerdem wurde ein buntes Rahmenprogramm organisiert. Fußballfans und Familien können dabei eine Botschaft für Frieden und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine senden. Bürgermeister Peter Tschentscher und Boxer Wladimir Klitschko haben die Schirmherrschaft für das Event übernommen.

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