Dieses Graffiti wurde auf einer Wand der Stadtteilschule am Hafen gesprüht. Foto: Jörg Marwedel

15 Turniere von „Nestwerk“ gehen
mit 1.000 Mädchen und Jungen los

Jörg Marwedel, Neustadt

Der Projektpate von „Straßenfußball für Toleranz“ Michél Dinzey, früher unter anderem Fußballprofi des FC St. Pauli und 33-maliger Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo, wäre gerne „noch einmal Kind“. Beim Straßenfußball in Berlin-Schöneberg habe er einst „viel gelernt“. Einerseits, sich gegen starke Gegner zu behaupten. Aber auch, wie man fair mit anderen Menschen und Gruppen umgeht.

Das ist auch der Grund, weshalb die Hamburger Sportjugend mit der vom früheren TV-Moderator Reinhold Beckmann gegründeten Initiative „Nestwerk“ für Jugendarbeit seit 2002 diese Turnierserie durchführt. 2020 und 2021 ist die Serie wegen Corona ausgefallen, nun startete sie wieder mit 15 Turnieren (es waren mal 40), vorrangig in Stadtteilen mit erhöhtem Entwicklungsbedarf.

Es ist ein Sprachkursus der besten Art
Reinhold Beckmann,
Gründer von Nestwerk

Unter den in diesem Jahr etwa 1.000 Mitspielenden sind Mädchen und Jungs aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern. Vor allem die Integration von Mädchen funktioniere prächtig, sagt Reinhold Beckmann. Am Anfang war die Regel, dass mindestens ein Mädchen pro Team dabei sein sollte, inzwischen ist die Anzahl der Schülerinnen auf ein Drittel angewachsen. Auch die Sprache lerne man beim Sport und Spiel am besten. „Es ist“, so Beckmann, „ein Sprachkursus der besten Art.“

Die besonderen Regeln: Bei den Vierermannschaften gibt es weder einen Torwart noch einen Schiedsrichter, aber am Schluss werden neben den erzielten Toren mit Hilfe eines Mediators auch Fairnesspunkte für die Teams vergeben. Die wiederum bringen Geld für Schutzsuchende aus der Ukraine – ähnlich wie bei einem Spendenlauf. Wer spenden will, kann das unter www.kurzelinks.de/spendenturnier tun.

Beim Turnier in der Stadtteilschule am Hafen in der Neustädter Straße hat das Team „Down Black“ gegen „St. Pauli I“ im Finale mit 2:1 gewonnen. Bei dem heißen Duell bei strahlendem Wetter blieb manchmal sogar die Fairness auf der Strecke, weshalb es in diesem Spiel keine Fairnesspunkte gab. Aber insgesamt hat sich das Konzept sehr bewährt. Vielleicht führt es auch dazu, dass die Vereine, die während der Pandemie viele Mitglieder verloren haben, Mädchen und Jungs zurückbekommen. Das hofft jedenfalls Pia Wilke von der Hamburger Sportjugend.

Edeka-Kommunikationsleiter Rolf Lange (m.) überreicht „Nestwerk“-Gründer Reinhold Beckmann einen Scheck über 15.000 Euro. Links freut sich Pia Wilke von der Hamburger Sportjugend. Foto: Jörg Marwedel

Zwei Unternehmen unterstützen die Aktion: die Lebensmittelgenossenschaft Edeka, die nicht nur die Courts stiftete. Kommunikationsleiter Rolf Lange übergab Initiator Beckmann am Montag auch einen Scheck über 15.000 Euro. Die Firma Starcar ist ebenfalls dabei mit seinem Geschäftsführer Nima Kalatari, der iranische Wurzeln hat.

>> www.nestwerk.de

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