40 Meter lang: Der Zaun im Friedrichshulder Weg, der Kinder davon abhalten soll, auf die Gleise zu laufen. Foto: Maren Langenbach

Wie Udo Schult (Luruper Verkehrs AG) die Bahn nach vielen erfolglosen Anläufen doch noch überzeugen konnte

Maren Langenbach, Lurup

Udo Schult kann es noch immer nicht glauben. Nach über einem Jahrzehnt, in dem sich Anwohner, die Ehrenamtler des Luruper Forums und allen voran der Luruper selbst als Sprecher der Luruper Verkehrs AG mit ihrem Anliegen immer wieder an Stadt, Deutsche Bahn sowie diverse Behörden gewandt haben, steht er nun endlich: ein grüner über zwei Meter hoher Zaun entlang der Straße Friedrichshulder Weg.

Kinder sind neugierig, möchten sich die Züge anschauen, oder im
davor liegenden Gebüsch Verstecken spielen. Nicht auszudenken, was da alles passieren könnte
Udo Schult,
Luruper Verkehrs AG

Errichtet gegenüber vom Spielplatz, soll er die Kinder davon abhalten, auf die gleich hinter dem Zaun liegenden Gleise der sehr befahrenen Strecke zu gehen, und sich damit in große Gefahr zu begeben. „Jahrelang haben wir für den Zaun gekämpft“, erinnert sich Schult. Doch er und seine Mitstreiter erhielten entweder abweisende Reaktionen oder gar keine. „Oft hieß es nur ,wir sind nicht zuständig‘ und dann standen wir weiter da mit unserem Anliegen.“

Doch der Rentner, der sich seit frühester Kindheit für alles, was fährt, besonders Züge, Busse und S-Bahnen begeistert, blieb hartnäckig. „Hier stehen sehr viele Mehrfamilienhäuser, in denen Familien wohnen. Es sind ja nur ein paar Schritte vom Spielplatz zu den Gleisen. Wie schnell kann ein Kind da über die Straße, die schmal ist, zu den Schienen laufen. Kinder sind neugierig, möchten sich die Züge anschauen, oder im davor liegenden Gebüsch Verstecken spielen. Nicht auszudenken, was da alles passieren könnte.“

Udo Schult, Sprecher der Luruper Verkehrs AG, hier vor dem Spielplatz im Friedrichshulder Weg. Foto: Maren Langenbach

Schließlich wendet sich Udo Schult (70) an die Redaktion des Elbe Wochenblatts. Und tatsächlich: nach ein paar Presseanfragen bei der Deutschen Bahn wendet sich das Blatt. Das Unternehmen lenkt ein, schickt einen Mitarbeiter der DB Netz für einen Ortstermin und errichtet schließlich auf einer Länge von 40 Metern den Stabmatten-Zaun. „Wir haben uns bei einem vor-Ort-Termin wegen der unmittelbaren Nähe zu einem Spielplatz für den Aufbau eines Zaunes entschieden. Grundsätzlich ist die Deutsche Bahn nicht verpflichtet, Bahnanlagen einzufrieden. Weitere Maßnahmen sind hier derzeit nicht geplant“, so eine Bahnsprecherin.

Auch wenn es nur ein kleines Stück Zaun ist, gemessen an der Länge des Friedrichshulder Wegs, so ist Schult zufrieden: „Die Luruper Verkehrs AG ist der DB Netz und dem Elbe Wochenblatt sehr dankbar, dass es zu der Lösung gekommen ist.“ Für den Rest des Weges überlegt der Pensionär, Brombeersträucher zwischen die alten aus Bahnschienen hergestellten niedrigen Pfähle, die noch entlang der gesamten Straße stehen, zu pflanzen. „Das würde die Kinder vielleicht auch abhalten.“ Doch dafür braucht es wohl wieder eine Genehmigung.

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