Bringen zwei mobile medizinische „Behandlungsplätze“ an die ukrainische Grenze: Hamburger Feuerwehrleute. Foto: Feuerwehr HH

Hamburg. Nach der ersten Welle der Hilfsbereitschaft für die Ukraine denken die städtischen Verantwortlichen jetzt mehr an die Belastungen, die durch den Krieg entstehen könnten: Finanzsenator Andreas Dressel und Wirtschaftssenator Michael Hagemann blicken beunruhigt auf die wirtschaftlichen Folgen für die Hamburger Wirtschaft.
Einen Rettungsschirm der Corona-Größenordnung könne es kein zweites Mal geben, heißt es in einer Pressemitteilung. Es gebe keine „Vollkasko-Situation“, so Dressel, bei der – wie bei einer Autoversicherung – der komplette Schaden von der Stadt oder vom Bund ausgeglichen werde. Größtes Problem der Wirtschaft sind derzeit die extrem gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Der Bund stellt immerhin fünf Milliarden Euro zur Verfügung, um Betriebe mit großem Energiebedarf zu entlasten. Ob das auch zum Beispiel für ambulante Pflegedienste gilt, die extrem viel Benzinkosten haben, um ihre Patienten zu besuchen, bleibt noch unbeantwortet.

AWO: Unterkunft auch für Pflegebedürftige
Unter anderem für pflegebedürftige Geflüchtete hat man inzwischen in Billstedt eine Unterkunft gefunden: 350 Mütter mit Kindern und Pflegebedürftige können kurzfristig ehemaligen Haus Billetal des früheren Seniorenheimes der Arbeiterwohlfahrt AWO in Mümmelmannsberg unterkommen.

Die AWO betreut im Auftrag von Fördern und Wohnen in einem ehemaligen Seniorenheim Mütter mit Kindern und Pflegebedürftige Geflüchtete. Foto: AWO Hamburg/Desmarowitz

Gibt es für die Stadt Geflüchtete erster und zweiter Klasse? Seit Jahren wohnen in einer Flüchtlingsunterkunft in Klein Borstel Menschen aus Syrien, Afghanistan und anderen kriegerischen Gebieten. Eigentlich hatte die Stadt mit einer lokalen Bürgerinitiative abgemacht, die Unterkunft in diesem Jahr zu schließen. Nun wird sie aber wegen des Ukraine-Krieges doch noch gebraucht, der Betrieb soll vertraglich verlängert werden. Die bisherigen Bewohner sollen durch Ukrainer ersetzt werden. „Das ist offen diskriminierend!“, empörte sich das Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen.
Unterdessen ist die Feuerwehr Hamburg praktisch in die Ukraine-Hilfe eingestiegen: Sie spendierte zwei ausgemusterte sogenannten „Gerätewagen-Behandlungsplätze“, auf denen das Material für mobile medizinische Behandlungsplätze mitgeführt wird. Dazu gehören Schnellbauzelte, Krankentragen und große Mengen Verbandsmaterial, ergänzt durch Medikamente, Infusionen und FFP2-Masken. Damit können jeweils bis zu 250 verletzte Menschen auch bei schlechtem Wetter draußen behandelt werden. Eine Delegation aus acht Berufs- und freiwilligen Feuerwehrleuten, darunter eine polnisch sprechende Feuerwehrfrau aus Altona, brachten die Gerätewagen ins polnische Nisco, 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze, von wo sie in die Ukraine gebracht wurden.
Die Hamburger Museen locken mit einer Spendenaktion für die Ukraine Besucher an: Am morgigen Sonntag, 8. Mai, wird das Eintrittsgeld in alle Museen an Hanseatic Help, das Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine und MenscHHamburg gespendet. In vielen Musseen sind Aktionen und Veranstaltungen zum Ukraine-Krieg geplant.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here