Ein erster Entwurf für das neue Wilstorfer Zentrum. grafik: SHE Architekten

Winsener Straße: Bereich um Rewe-Markt wird umgestaltet –
bis zu 240 Wohnungen und Einzelhandel möglich

Andreas Göhring, Harburg. Langer Anlauf für den großen Wurf: Nach mehr als zehn Jahren Planung wird an der Winsener Straße ein neues Zentrum für Wilstorf gebaut. Das Areal rund um den Rewe-Markt soll komplett neu gestaltet und belebt werden. Bis zu 240 Wohnungen könnten dort entstehen, der Rewe-Markt zieht in einen Neubau.
Das alles ist keine Zukunftsmusik mehr. Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung hat dem Bebauungsplan „Wilstorf 37“ zugestimmt. Mit dieser „Vorweggenehmigungsreife“ können laut Bezirksamtssprecherin Wrenda Kapoor nicht nur Bauanträge gestellt werden, das Amt kann sie auch genehmigen. „Wir werden mit der Tankstelle anfangen“, sagt Investor Karl Schulte Hubbert. Sie werde abgerissen.
Wegen dieser Tankstelle hatte sich der Baustart um mindestens drei Jahre verzögert. Zunächst waren Politik und Verwaltung nämlich davon ausgegangen, dass die Tankstelle erhalten bleibt. Das neue Wilstorfer Zentrum hätte um die Tankstelle herum gebaut werden sollen, Platz wäre nur für rund 80 Wohnungen gewesen.
Als der Bebauungsplan vor drei Jahren fertig war, verriet der Tankstellen-Pächter plötzlich: „Ich habe den Vertrag gekündigt.“ Nun musste noch einmal völlig neu gedacht werden. Vor allem aber mussten auch für den geänderten Plan alle gesetzlichen Fristen für die Bürgerbeteiligung eingehalten werden.
Das Interesse der Nachbarn war von Anfang an groß. Bei der ersten öffentlichen Diskussion über das Vorhaben war der große Sitzungssaal im Harburger Rathaus gut gefüllt. Vor allem die Bewohner der Siedlung rund um den Eigenheimweg waren skeptisch. Wie bei ähnlichen Projekten üblich, störten sie sich am vermutlich verstärkten Verkehrsaufkommen – denn neben dem Rewe-Markt sollten noch weitere Einzelhändler angelockt werden.
Die Siedler kritisierten auch eine mögliche Verschattung ihrer Grundstücke durch den bis zu fünf Stockwerke hohen Neubau. Dass hinter ihren Grundstücke auch noch nachts beleuchtete Wege für die Kunden der Geschäfte angelegt werden sollen, störte sie ebenfalls. Eine Siedlerin meinte: „Da lebt man ja wir auf dem Präsentierteller.“
Insgesamt 16 Einsprüche gab es am Ende aus der Siedlung. Die Planer haben sich ausführlich damit beschäftigt und ihre Stellungnahmen auf 170 Seiten dokumentiert. In einigen Fällen wurden die Anregungen der Bürger auch aufgegriffen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here