Mathias Lintl wohnt direkt über der Deichdiele. Foto: KP Flügel

Das Erfolgsrezept: kreative und kulinarische Angebote –
Plattenverkostung und Dielen-Soundfest in Planung

K.P. Flügel, Wilhelmsburg. Seit 2011 ist die Deichdiele eine mittlerweile etabliert-subkulturelle Café-, Bar- und Veranstaltungslocation an der Veringstraße 156. Inzwischen hat es über 350 DJ-Sets, 150 Konzerte und, wie es auf der Facebookseite heißt, „viele, viele schöne Tage & Abende“ gegeben. Ein Grund dafür, neben den leckeren Speisen und der entspannter Atmosphäre: unterschiedliche Szenen finden hier ihr sprichwörtliches Zuhause.
Neben dem Deichdielen-Patron Andreas Kürschner prägen Booker Markus Meister und Kulturprogramm-Arrangeur Mathias Lintl, dessen Bett nur zwei Meter vom DJ-Pult entfernt steht, den Charakter der Location. Natürlich wohnt Mathias Lintl nicht in der Deichdiele, sondern über ihr, in der ersten Etage. Die Diele ist sein Wohnzimmer. Hautnah bekommt er mit, welches Publikum hier einkehrt.
„Im Rahmen eines normalen Tages sind vier verschiedende Menschengruppen anzutreffen. Zuerst die alten Herren aus der Nachbarschaft, die ihre Kreuzworträtsel machen und ihr Bierchen trinken. Dann kommen nachmittags Mütter und Väter mit Kindern vorbei. Zum Abend hin wird es ein bisschen legerer, junges Volk kommt und zur Nacht hin kann sich das Publikum noch mal komplett ändern.“
Livemusik hat in der Deichdiele einen festen Ort. Im April traten fünf Bands auf, davon kommen zwei aus den USA sowie aus den Niederlanden und Südafrika. „Da geht der Hut rum, der Eintritt ist frei“, sagt Mathias Lintl, der sich alle Mühe gibt, die Gelder für die Bezahlung der Bands zu besorgen, Stichwort Neustarthilfe Kultur des Bundes. „So bekommen die Bands eine auskömmliche Gage.“
„Die Deichdiele“, erzählt Mathias Lintl, „hatte während der Lockdowns keinen einzigen Tag geschlossen.“ Selbstgemachte Quiches, Kuchen und die Kaffeespezialitäten konnten für den Außer-Haus-Verzehr angeboten werden. Seitens der Nachbarschaft wurde dieses Angebot stark nachgefragt. Das kulturelle Programm wurde schnell auf Streaming umgestellt. Entweder spielten Bands vor Ort, oder wurden aus ihren jeweiligen Orten gezoomt. Dazu gab es Quizz-Formate und ein Live-Schach-Event.
Ab dem 14. Mai startet das Format der „Plattenverkostung“. Dann werden Plattenraritäten aufgelegt. In Planung für 2022 sind 20 Konzerte. Am 11. September wird das Dielen-Soundfest stattfinden. „Da feiert die Diele an einem anderen Ort mit vier, fünf Bands“. Wo, das möchte Mathias Lintl noch nicht verraten.

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