Auf Achse an die ukrainisch-polnische Grenze: der Neuenfelder Fuhrunternehmer Detlef Rüter. Foto: PR

Knapp 20.000 Menschen aus der Ukraine sind bis jetzt in Hamburg angekommen. An vielen Orten in der Stadt, an Autos, Geschäften, in Fenstern und auf vielen Websites sieht man blau-gelbe unkrainische Flaggen. Rund 2.000 ukrainische Kinder gehen hier zur Schule (für sie werden noch Lehrer gesucht, auch Quereinsteiger mit pädagogischer Vorbildung). Viele Erwachsene suchen noch Wohnungen und Jobs. Doch viele haben auch schon Hilfe gefunden: Denn die Hilfsbereitschaft der Hamburger ist ungebrochen. Auch wenn sie jetzt schon organisierter daherkommt als in den ersten Wochen nach Kriegsbeginn.
Die Hamburger Hochschulen bieten Vorbereitungs- und Sprachkurse, damit junge Ukrainer ihr Studium schnell wieder aufnehmen können. Das gilt auch für Studenten, die zwar keinen ukrainischen Pass haben, dort aber bis vor kurzem studiert haben, teilte die Innenbehörde mit.
Die Volkshochschule (www.vhs-hamburg.de) bietet Helfern fortlaufend Online-Sprachkurse in Ukrainisch, lädt zu Vorträgen über den Krieg und bietet zum Beispiel in Ottensen und Sternschanze Stadtrundgänge auf Ukrainisch an, damit den Geflüchteten eine erste Orientierung im noch fremden Hamburg leichter fällt.

HVV verlängert Freifahrt-Aktion
Für die Benutzung von Bus und Bahn brauchen Ukrainer dabei weiter nichts zu zahlen: Der HVV hat die Freifahrt-Aktion erneut bis zum 31. Mai verlängert. Erwachsene müssen aber ihren ukrainischen Ausweis dabei haben, Kinder fahren auch ohne kostenlos mit.
Viele Sportvereine machen nicht nur sportliche Angebote: So hat der Großflottbeker Tennis-, Hockey und Golf-Club GTHGC mit dem Verein Hanseatic Help eine Initiative gegründet, mit der die Hilfe gebündelt wird: www.vereine-helfen.org. Dort gibts Infos zu den Themen: Was wird in welcher Form wo benötigt? Wo kann ich Spenden abgeben? Wem kann ich sagen, dass ich eine Unterkunft zur Verfügung stellen möchte? Der Hamburger Sport Bund bietet Vereinen umfangreiche Infos über Versicherungsschutz und Vereinsbeiträge von Geflüchteten aus der Ukraine (www.hamburger-sportbund.de/aktuelles/support-fuer-gefluechtete).
Unterdessen haben der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher und der Kiewer Bürgermeister und Boxer Vitali Klitschko, der als Profisportler lange in Hamburg gelebt hat, einen „Pakt für Solidarität und Zukunft“ zwischen Hamburg und Kiew geschlossen, um sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen. Angesichts des Krieges in der Ukraine legt Hamburg mit Hilfsleistungen an Kiew vor. Später soll beim Wiederaufbau der im Krieg zerstörten ukrainischen Hauptstadt geholfen werden.

Wie hilft die Organisation? Unternehmen sollen die Klitschko-Initiative #WeAreAllUkrainians mit Lebensmitteln, Wasser, medizinischen Artikeln, Kerzen, Streichhölzern und anderem unterstützen – möglichst abgesprochen auf Paletten, auf denen sich jeweils ein Produkt mit langem Haltbarkeitsdatum befindet (Kontakt: www.weareallukrainians.de). Bürger können dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr Woll- und Fleecedecken, Schlafsäcke sowie neuwertige Wasserkocher und Thermobehälter beim Verein Hanseatic Help, Große Elbstraße 264, spenden.

„Humanitarian Aid“ – Hilfe für Menschen – steht unter dem Bild der gelb-blauen ukrainischen Flagge auf Detlef Rüters LKW. Foto: PR

Andere Hamburger sind selbst aktiv geworden: Zum Beispiel der Neuenfelder Fuhrunternehmer Detlef Rüter. Mit einem seiner LKW startete er am vergangenen Montag zum zweiten Mal an die rund 1.200 Kilometer entfernte polnisch-ukrainische Grenze bei Tomasow Lubelski, an Bord palettenweise Hilfsgüter: weiße Bohnen, Instantnudeln, Äpfel aus dem Alten Land, Verbandsmaterial und Hygieneartikel. Vier Tage Fahrt und jede Menge teuren Diesel kostet ihn das, aber er machte das gern, um den Menschen zu helfen. „Wir planen bereits einen dritten Transport“, sagt Rüter, „aber der LKW ist erst halb voll.“ Wer Hilfsgüter spenden möchte, erreicht Detlef Rüter per E-Mail an info@rueter-fernverkehr.de

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