Christoph Busch und Caroline John weihen die erste Bank am Weiher ein.. Foto: Dirk Andresen

Von Dirk Andresen. Sie wohnt hinter vielen Türen, sorgt für Isolation, Traurigkeit und nicht selten auch Angst: die Einsamkeit. Vor allen Dingen ältere und schüchterne Menschen leiden darunter, kapseln sich im hektischen und anonymen Großstadtdschungel immer mehr ab – und verlieren auch die letzten Kontakte. Eine beängstigende Entwicklung, der sich jetzt allerdings in Eimsbüttel ein mit diesem Thema vertrautes Team entgegenstellt.

Christoph Busch und Beate Brockmann, Initiator und Mitarbeiterin des Zuhör-Kiosks „Das Ohr“ im S-Bahnhof Emilienstraße (das Elbe Wochenblatt berichtete), stellten jetzt ein neues Projekt gegen die Vereinsamung in Hamburg vor: Die gesellige Bank. Gleich zwei davon wurden im Park Am Weiher offiziell mit dem Segen des Bezirksamtes eingeweiht.
Der Clou: Beide Bänke sind moosgrün gestrichen – und auf der rechten Seite steht einladend: „Setzen Sie sich gern dazu.“ Die Idee: Wer gerne allein bleiben will, setzt sich einfach vor die einladende Inschrift. Wer sich aber neben die Einladung setzt, signalisiert so die Bereitschaft, mit Anderen die Bank zu teilen. Und lädt mit einem freundlichen Nicken auf ein kleines Gespräch oder auch eine interessante Begegnung unter Zweien, die sich irgendwie immer schon mal treffen sollten und wollten, ein. Gespräche unter sich zunächst noch Fremden sollen die Hemmungen abbauen, Vertrauen aufbauen und schließlich sogar betroffene Menschen aus der Vereinsamung holen können.

Geistesblitz im Kiosk

Christoph Busch setzt dabei auf eine Art Dominoeffekt: „Wir freuen uns, wenn die Idee weitergetragen wird, damit Sponsoren aufmerksam werden und daran Gefallen finden und bald überall Gesellige Bänke auf Menschen warten, die nicht alleine sitzen und auch nicht sein wollen.“

Den Gedankenblitz für die zum Gespräch einladenden Sitzgelegenheiten hatte übrigens Andrea Reidel. Die beschwerte sich im vergangenen Oktober bei einem Gespräch im Zuhör-Kiosk: „Ich wünschte, wir hätten Bänke auf denen zum Dazusetzen aufgefordert wird. Die Leute setzen sich immer allein auf eine leere Bank. Dabei wäre es viel netter, auch mal ein paar Worte zu wechseln.“

Einen Gedanken will sie all den Menschen, die vielleicht noch an der Idee eines hilfreichen Gesprächs unter sich zunächst noch völlig fremden Menschen zweifeln, unbedingt mitgeben, ein Zitat von George Bernard Shaw: „Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind und fragen: Warum? Ich erträume Dinge, die es noch nie gegeben hat und frage: Warum eigentlich nicht?“

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