Volles Haus beim Neustart der Initiative SuedKultur. Foto: sabine schnell

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd. Harburgs Kulturschaffende wagen den Neustart. Auf monatlichen Treffen wollen sie beim „Runden Tisch Kultur“ aktuelle Probleme behandeln. Zuerst unter sich, später werde man auf Verwaltung und Politik zugehen.
„Wenn Harburg zu einem eigenen Kulturstandort werden soll, ist eine Zusammenarbeit aller interessierten Kräfte nötig“, sagt Heimo Rademaker, Sprecher der Initiative SuedKultur, einem Zusammenschluss von über 60 Kultureinrichtungen aus dem Hamburger Süden. „Um aus dem ganzen Mist der Pandemie rauszukommen, dürfen wir jedenfalls nicht weitere Zeit verlieren!“
Die vermittelnde Moderation für den „Runden Tisch Kultur“ übernehmen Dennis Ahmedow und Anne Lamsbach. Als Nicht-Harburger sollen beide für einen unvoreingenommenen Blick von außen sorgen.
Der scheint auch erforderlich zu sein, denn in der Harburger Kulturlandschaft liegt vieles im Argen – und das nicht erst seit der Pandemie, wie sich beim ersten Runden Tisch Kultur zeigte. Es hapert am Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Politik und der Harburger Kulturszene. Ein Beispiel: Im Begleitgremium, das an der Suche nach einem Träger für den Rieckhof mitwirken sollte, waren SuedKultur-Vertreter nicht erwünscht.
Ein weiteres Beispiel: Die im ehemaligen FZ Nöldekestraße beheimatete Musikschule Klangfabrik hat große Probleme mit ihrem Vermieter, der städtischen Sprinkenhof GmbH. „Ich würde mir wünschen, wenn es in Harburg irgendwen in der Verwaltung gäbe, der zumindest als Ansprechpartner vermittelnd tätig werden könnte“, sagt Andreas Maecker, einer der Klangfabrik-Geschäftsführer.
Der nächste „Runde Tisch Kultur“ soll am Dienstag, 26. April, stattfinden. Dann geht‘s um das Thema Süd-Events. Für Kulturschaffende ist eine Anmeldung per E-Mail an neustart@sued-kultur.de erforderlich. „Auch Kulturinteressierte aus Politik und Verwaltung können und sollten sich selbstredend melden“, so Heimo Rademaker.

Das sagt die Harburger Verwaltung
Die Initiative SuedKultur beklagt, dass es bei der Harburger Verwaltung seit Jahren keinen Ansprechpartner gebe, mit dem sich Clubs/Kultureinrichtungen bei Problemen austauschen können. Stimmt das?
Bezirksamtssprecherin Wrenda Kapoor: „Das Bezirksamt ist für Fragen der Stadtteilkultur zuständig. Für diesen Aufgabenbereich hat das Bezirksamt durchgängig eine Person als Kultursachbearbeitung beschäftigt. Zwischen der Kultursachbearbeitung und den geförderten Stadtteilkultureinrichtungen besteht ein direkter und regelmäßiger Austausch. Ebenso besteht auch zu nicht regelhaft geförderten Kulturschaffenden zum Beispiel über die Beratung zur Förderung von Kulturprojekten ein etablierter Kontakt.
Für das Themenfeld ,Musikclubs‘ ist das Bezirksamt nicht zuständig. Hier liegt die Zuständigkeit bei der Behörde für Kultur und Medien. Gleichwohl bestand in den letzten Jahren zu mehreren Anlässen direkter Kontakt zu Harburger Clubbetreibern, zum Beispiel bei der Entwicklung des Kulturfestivals ,Sommer im Park‘, bei dem die Musikclubs ‚Marias Ballroom‘ und ,Stellwerk‘ zwei Festivaltage gestalten.“

Gab es in der Vergangenheit, in den letzten zwei, drei Jahren, regelmäßige Gespräche zwischen Verwaltung und Vertretern der Initiative SuedKultur?
„Es gab in den letzten Jahren zu mehreren Anlässen Gespräche und sonstige Kontakte mit Vertretungen von SuedKultur. Die Initiative ist bisher nicht direkt mit einem ausdrücklichen Gesprächswunsch weder zu allgemeinen Themen noch zu speziellen Anliegen der Musikclubs auf das Bezirksamt zugegangen.“

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