Am Dienstagmittag ist unter der Straße Emmetal ein Hohlraum eingestürzt. Foto: LBEG/Finkeldey

Olaf Zimmermann, Süderelbe/Rosengarten. In den Harburger Bergen wird auf niedersächsischer Seite intensiv nach einsturzgefährdeten Stollen des vor 100 Jahren geschlossenen Bergwerks Robertshall gesucht. Bei einer Erkundungsbohrung stießen die Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am Dienstag in der Straße Emmetal auf so einen Hohlraum, der daraufhin einstürzte. Mitten auf der Straße Emmetal entstand ein 1,5 Meter tiefes Loch mit knapp vier Metern Durchmesser.
Nachdem das Bohrgerät geborgen worden war, wurde mit der Verfüllung des Lochs begonnen. Bis zum 8. April soll die Straße wieder befahrbar sein. Solange bleibt die Straße Emmetal gesperrt. Die benachbarte Rudolf-Steiner-Schule kann in dieser Zeit nicht mit dem Schulbus erreicht werden. Anwohner können über die Straßen Hohlredder, Auf dem Schwarzen Berge und Rehwechsel ausweichen.
Hintergrund: Seit im September 2019 bei Straßenbauarbeiten am Ehestorfer Heuweg plötzlich der Untergrund einbrach und ein fünf Meter tiefes Loch entstand, hat das ehemalige Bergwerk Robertshall mit seinem kilometerlangen Netz an Stollen eine plötzliche Berühmtheit erlangt.
Die Arbeiten zur Sicherung des einstigen Braunkohlebergwerks Robertshall laufen in Rosengarten seit Ende August 2020. „Dabei wird mit Bohrungen erkundet, ob es in den ehemaligen Stollen noch Hohlräume gibt. Die Grubenbaue sind teilweise unvollständig mit Sand verfüllt und werden durch Betoninjektion stabilisiert“, teilt das LBEG mit.
Auf Hamburger Seite laufen keine Untersuchungen – obwohl auch dort unter einigen Grundstücken Bergwerksstollen verlaufen können. „Wir bewegen uns mit unserer Sanierung auf diese Hamburger Stelle zu, haben alle Geräte vor Ort und würden das gleich mitsanieren. Es müsste aber jemand auf uns zukommen“, sagt LBEG-Sprecher Eike Bruns.

Bergwerk Robertshall
Im Bergwerk Robertshall in den Harburger Bergen wurde ab Dezember 1919 in Tiefen von 13 und 17 Meter Braunkohle gefördert. Die Kohle ging nach Harburg an die Vereinigten Gummiwaaren Fabriken. Nachdem die Kohleversorgung durch Lieferungen aus dem Ruhrgebiet wieder sichergestellt war, sank der Kohlepreis und die Förderung in den Harburger Bergen wurde unrentabel. Am 22. September 1922 wurde der Bergbaubetrieb eingestellt.
Weil die Stollen so schnell in den Berg getrieben wurden, dass die zuständigen Fachleute mit der Kartierung nicht hinterherkamen, sind in den offiziellen Plänen nicht alle Stollen vermerkt. Jetzt wird mit Hilfe von Erkundungsbohrungen nach ihnen gesucht.

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