Binnen weniger Stunden wurde der ehemalige Fegro-Großmarkt wieder zu einer Flüchtlingsunterkunft. Foto: André Lenthe Fotografie

Überall in der Stadt entstehen Notunterkünfte – die Registrierung Geflüchteter aus der Ukraine dauert zu lange – Kitas bieten freie Plätze für Flüchtlingskinder an

Olaf Zimmermann, Hamburg

Auf der Flucht vor dem russischen Angriffskrieg kommen täglich Hunderte Menschen aus der Ukraine nach Hamburg. Meist Frauen und Kinder; Männer müssen ihre Heimat gegen Putins Armee verteidigen. Nach Einschätzung von Innensenator Andy Grote sind rund 15.000 Kriegsflüchtlinge in Hamburg. Damit die Geflüchteten erst einmal ein Dach über dem Kopf haben, wurden in der ganzen Stadt Notunterkünfte eingerichtet. Innerhalb von 90 Tagen müssen sich die Schutzsuchenden in Hamburg registrieren lassen, damit sie arbeiten oder staatliche Hilfe erhalten können.

15.000 Kriegsflüchtlinge
befinden sich nach Schätzung von Innensenator Andy Grote
bislang in Hamburg

Ankunft der ersten Kriegsflüchtlinge in der Harburger Notunterkunft an der Schlachthofstraße, dem ehemaligen Fegro-Großmarkt.
Foto: André Lenthe Fotografie

950 Plätze der vom DRK aufgebauten Unterkunft in den Messehallen waren schnell belegt, ebenso die dort zusätzlich aufgestellten 250 Feldbetten. In Harburg stehen im ehemaligen Fegro-Großmarkt an der Schlachthofstraße maximal 1.000 Plätze zur Verfügung, an der Schnackenburgallee sollen 900 Kriegsflüchtlinge bald in Wohncontainern unterkommen. In den Turnhallen der Berufsschulen Ladenbeker Furtweg, Budapester Straße, Dratelnstraße, Museumsstraße und Tessenowweg werden jeweils 150 Feldbetten aufgestellt und bei Bedarf für kurze Zeit genutzt.

Die Zwischenunterkünfte dienen nur zur kurzfristigen Unterbringung. Nach der Registrierung im Amt für Migration, Hammer Straße 30 – 34 (Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 17 Uhr), sollen die Flüchtlinge in dauerhafte Unterkünfte vermittelt werden. Das Problem: Die Mitarbeiter der Registrierungsstelle in Wandsbek sind dem großen Andrang nicht gewachsen. Die Folge: zum Teil tagelange Wartezeiten. Längst übernachten Menschen vor dem Gebäude, um einen vorderen Platz in der Schlange zu bekommen. Freiwillige Helfer versorgen die Wartenden mit dem Nötigsten, auch Toiletten wurden inzwischen aufgestellt.

Am Donnerstag wurde kurzfristig ein Online-Terminbuchungssystem für die Registrierung eingerichtet.

Viele der aus der Ukraine geflüchteten Menschen haben ihre Haustiere mitgebracht, die sie auf keinen Fall zurücklassen wollten. Doch in den meisten Unterkünften in Norddeutschland sind die Vierbeiner nicht willkommen. Wer für ein Haustier eines
ukrainischen Flüchtlings eine Tierpatenschaft übernehmen möchte, kann sich beim Ukrainischen Hilfsstab melden: www.hilfe-ua.de; Tel. 49 170 48 42 664.
Ein Tipp: Das Tierzentrum Neu Wulmstorf-Mienenbüttel auf dem Gelände des früheren LPT-Tierversuchslabors, nimmt 50 Hunde und Katzen aus dem Kriegsgebiet auf. Dort können der Impfstatus abgeklärt und auch die zehntägige Quarantäne durchgeführt werden.
>> www.tierzentrum-neu-wulmstorf.de

Hamburgs Kitas bieten geflüchteten Kindern aus der Ukraine freie Plätze an: Innerhalb weniger Tage haben sich mehr als 60 Hamburger Kitas in einem Onlineportal angemeldet. Das Portal richtet sich insbesondere an Helfer, die im Kontakt mit geflüchteten Familien stehen, die auf der Suche nach einer Kinderbetreuung sind. Die Angebote sind nach Bezirken sortiert. Interessierte werden gebeten, mit der jeweiligen Kita Kontakt aufzunehmen.
>> www.padlet.com/PariHH/Kitaplatz_GefluechteteKinder

Ukrainisch-Kurse für Helfer

Die Hamburger Volkshochschule (VHS) bietet kurzfristig Onlinesprachkurse „Ukrainisch – eine kurze Einführung“ an. Die Kurse richten sich an die vielen ehrenamtliche Helfer, die sich um die Kriegsflüchtlinge kümmern. Die Onlinekurse kosten nur einen Euro pro Unterrichtseinheit. Der erste Kurs beginnt am 26. März und umfasst vier Termine mit jeweils zwei Unterrichtsstunden. Aufgrund der großen Nachfrage werden zusätzliche Kurse auf der Internetseite der VHS angeboten.
>> www.vhs-hamburg.de

 

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