Schrauben für den guten Zweck: Mehdi (v. l.), Mohammed (beide aus Afghanistan), Haidar (Irak) und Jürgen mit Projektleiter Jochim Maack. Foto: cvs

Ehrenamtliche „Schnackschrauber“ suchen Spendenräder

Fahrradfahren lernen bedeutet für Kinder in der Regel nicht nur, ganz profan auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Gleichzeitig ist es ein erster Schritt in die Selbständigkeit. Einfach mal wegfahren – wenn auch nur bis in die Nebenstraße. „Kinder müssen die Möglichkeit haben, ihren Bewegungsdrang auszuleben“, findet Jochim Maack, einer der Projektleiter der „Schnackschrauber“. Das Ehrenamtlichen-Projekt, das auf dem Betriebshof der Luthergemeinde in der Regerstraße zuhause ist, repariert und überholt gebrauchte Räder und gibt sie für wenig Geld an Geflüchtete ab.

Aufgrund der hohen Anzahl an ukrainischen Familien, die derzeit in der Hansestadt ankommen, besteht eine hohe Nachfrage nach Kinderrädern. „Wir freuen uns über nicht mehr benötigte Kinderräder aller Art. Das heißt, in Radgrößen zwischen zwölf und 24 Zoll“, so Maack (Kontaktmöglichkeit steht unten).

Zunächst wurde 2015 an der Schnackenburgallee geschraubt

Die „Schnackschrauber“ haben sich 2015 gebildet, als viele Geflüchtete aus Syrien nach Hamburg kamen. Standort war zunächst die Erstaufnahmeeinrichtung in der Schnackenburgallee. Seit nunmehr vier Jahren schrauben, montieren und justieren die engagierten Fahrradtüftler in der Regerstraße, wo einige zu dem Zweck gekaufte Container zur Verfügung stehen. Aktuell arbeiten zwölf Ehrenamtliche mit, regelmäßig sind auch Menschen aus Ländern wie Irak und Afghanistan dabei, die Lust haben, Hand anzulegen.

Die Räder stammen aus Privathaushalten und Wohnungsauflösungen. Für Preise zwischen Null und 40 Euro – je nach Dicke des Geldbeutels und Zustand des Rads – gehen die instand gesetzten Drahtesel anschließend an Bedürftige – unter anderem die Bewohner der Folgeunterkünfte Holstenkamp, August-Kirch-Straße und Albert-Einstein-Ring. Bereits mehrfach konnte sich die Initiative Sondermittel vom Bezirksamt sichern, davon werden unter anderem Ersatzteile im Großhandel gekauft. Auch die Fahrradgeschäfte „Rad & Tat“ sowie der „Radladen“ in Ottensen spenden von Zeit zu Zeit Second-Hand-Räder. Der „Radladen“ bietet zudem sein Know-How an, indem er die Ehrenamtlichen schult..

Zusätzliche Arbeit dürfte auf die Schnackschrauber zukommen, wenn – wie geplant – Ende März die Erstaufnahme in der Schnackenburgallee wieder aufmacht. „In den letzten Wochen waren auch viele ehemalige Ortskräfte aus Afghanistan mit ihren Familien hier“, berichtet Maack. Mit Spendenaufrufen hat das Team übrigens gute Erfahrungen gemacht. : „Die letzte Aktion von vor zwei Jahren im Elbe Wochenblatt hat uns knapp 100 Räder beschert“, sagt er.

>> Öffnungszeiten und Spendenabgabe di-do von 15 bis 18 Uhr, Regerstraße 73. Alträder werden auf Wunsch abgeholt (Telefon 01523 – 820 50 11).

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