Die Bäume wurden schon beschnitten, hier legen Wolfgang Horstmann, Ha-Jo von Kessinger und Silke Horstmann einen Graben frei. Foto: Neumann

SÜLLDORF/ RISSEN. Sie sind aus der norddeutsche Landschaft nicht wegzudenken: Verwilderte Gehölzstreifen zwischen den Feldern, die die steife Brise bremsen und zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Deshalb stehen sie unter Naturschutz. In der Sülldorf-Rissener Feldmark gibt es zwischen den Feldern von 18 Landwirten noch rund 54 Kilometer Knicks. Doch auch diese „wilden Streifen“ müssen gepflegt werden. Gerade übernahmen das Jäger und Bauern gemeinsam.
Acht Mitglieder der Jägergruppe waren in diesem Jahr bei den Aktion dabei. Warum machen die Jäger mit? Bernd Neumann, von der Bezirks-Jägergruppe Altona: „Wir erleben unmittelbar in Wald und Feld den Rückgang der Artenvielfalt und möchten etwas dagegen tun.“ Um Totholzstapel in den Knicks herum wüchsen schnell Gräser, Kräuter und Gehölze. Man schaffe damit zwischen den Feldern Biotopinseln für viele Tiere.
Besonders markant sind in den Knicks die Kopfweiden: Früher wurden ihre „geernteten“ Triebe zu Körben verarbeitet, die Äste gaben gute Werkzeugstiele ab, die dickeren Exemplare dienten als Zaunpfähle für Viehweiden, „wo sie nicht selten wieder ausschlugen und neue Bäume bildeten“, berichtet Landwirt Heinz Behrmann. Heute wurden Weidenruten durch andere Materialien verdrängt. Die Bäume – neben Weiden auch Eschen, Pappeln, und Eichen – müssen trotzdem beschnitten werden: „Sonst wuchern sie aus, und die Bäume zerbrechen in den Winterstürmen“, erklärt Behrmann.
Zuerst werden die Bäume grob mit speziellen Forstmaschinen beschnitten, welche die Äste gleich stapeln. Doch es bleibt genug Handarbeit: Schnittflächen werden begradigt und Bruchstellen beseitigt. Was abgeschnitten wurde, wird gehäckselt und zum Heizen verwendet. Ein kleiner Teil bleibt als Totholz im Knick.
Alle 10 bis 15 Jahre werden die Knicks „geknickt.“ Das heißt: Damit sie nicht zu sehr in die Höhe schießen und unten verkahlen, werden die Gehölze auf Kniehöhe heruntergeschnitten und treiben dann neu aus. Für die Rissener und Sülldorfer Bauern bedeutet das ordentlich Arbeit: Jedes Jahr müssen sie etwa sieben Kilometer Knicks herunterschneiden – „eine Arbeit die gemeinhin wenig Beachtung findet“, bemerkt Behrmann. Und finanziell zahle sie sich auch nicht aus: Der Verkauf des Brennholzes decke nicht einmal die Maschinenkosten. Da kommt jede Unterstützung recht.

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