Sauer über fehlende Post: Jens Uttermüller. Foto: cvs

Anwohner aus dem Koppelstieg beklagt Ausfälle bei der Zustellung – Post sieht kein Versäumnis

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Immer, wenn Jens Uttermüller in letzter Zeit seinen Briefkasten öffnet, muss er aufs Ärgste gefasst sein: „Manchmal kommt tagelang überhaupt keine Post an“, berichtet der Wilhelmsburger, der am Koppelstieg wohnt. Seit ungefähr drei Monate gehe das schon so. Das Schlimmste daran: „Die Briefe erreichen mich nicht etwa verspätet, sondern gehen zurück an den Absender“, sagt Uttermüller verärgert.

Besonders unerfreulich, wenn es sich um Behörden- oder sonstige offizielle Post handle. „So etwas kann richtig Probleme geben. Meine Bank hat mich schon angerufen, ob ich vielleicht umgezogen bin.“ An seinem Briefkasten könne es jedenfalls nicht liegen. „Ich wohne hier seit 30 Jahren, selbst die Boten von dpd und Amazon können meinen Namen ohne Schwierigkeiten entziffern“, erzählt der betroffene Wilhelmsburger.

Bei der Deutschen Post hat Uttermüller sich bereits beschwert. Allerdings ist man sich dort keiner Schuld bewusst. „Ich kann die angeblichen Zustellungsausfälle nicht bestätigen“, sagt Pressesprecher Stefan Laetsch. In den wenigen Fällen, an denen die Austräger ihre Tour nicht zu Ende bringen konnten, seien die betroffenen Sendungen „priorisiert“ am nächsten Tag zugestellt worden. Seit Anfang Juli vergangenen Jahres habe das Unternehmen nur eine einzige Reklamation aus dem Koppelstieg vorliegen. Zudem sei dort in den letzten Monaten ausschließlich der Stammzusteller unterwegs gewesen.

Kaum mehr Hoffnung macht die Bundesnetzagentur (BNetzA): „Die Bundesnetzagentur hat keine Möglichkeit, den Grund für Zustellmängel im Einzelfall zu ermitteln“, sagt Pressesprecherin Marta Mituta. Das Postunternehmen sei in der Regel selbst dafür zuständig, Beschwerden über Mängel im Einzelfall nachzugehen und eine ordnungsgemäße Postzustellung sicherzustellen. Laut BNetzA sind aus dem betroffenen Postleitzahlengebiet im vergangenen Jahr acht Beschwerden eingegangen. „Damit lag eine besondere Häufung von Beschwerden, die Anlass für entsprechende weitere Schritte hätte sein können, nicht vor“, so die Sprecherin.

 

Post kommt nicht an – was tun?

Wer Probleme mit der Zustellung hat, wendet sich am besten an die Beschwerdestelle der Deutschen Post (mo-fr 8-18, sa 8-14 Uhr, Pakete tägl. 7-20 Uhr; Tel. 0228 433 31 12). Beim Anruf alle wichtigen Daten (Namen, Adressen und ähnliches) bereithalten. Möglich ist das Ganze auch per Brief: In dem Fall genügt es, wenn man „Beschwerde über falsche Zustellung“ oder Ähnliches außen auf den Briefumschlag schreibt. Schneller geht es übers Internet (deutschepost.de).
Hatte die Beschwerde keinen Erfolg, ist der „Verbraucherservice Post“ der Bundesnetzagentur (BNetzA;
( 030 22 48 05 00; mo-fr 9-12 Uhr; bundesnetzagentur.de) ein Anlaufpunkt. Diese ist als Bundesbehörde für solche Probleme zuständig.

Im Allgemeinen muss die Briefzustellung in Deutschland mindestens einmal täglich erfolgen. Sobald vermehrt Beschwerden aus einem bestimmten Zustellbezirk kommen, wird die Post durch die BNetzA auf diesen Missstand hingewiesen. Anspruch auf rechtzeitige Zustellung besteht generell nicht (Ausnahme: Expressendungen).

Geht eine Sendung verloren, kann man die Post mit Nachforschungen beauftragen. Dies ist allerdings nur bei „verfolgbarem Postgut“, also etwa Paketen und Einschreiben möglich. Im Fall von Briefen oder Päckchen geht das nicht.cvs

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