Verdi-Gewerkschaftssekretär Lars-Uwe Rieck. Foto: pr

Interview mit Ver.di-Gewerkschaftssekretär Lars-Uwe Rieck

Elbe Wochenblatt-Mitarbeiter Christopher von Savigny sprach mit Lars-Uwe Rieck, Gewerkschaftssekretär bei Ver.di und Verbindungsmann zum Betriebsrat der Deutschen Post über Zustellungsprobleme.

Elbe Wochenblatt: Immer wieder tageweise fällt der Zusteller komplett aus. Woran könnte das liegen? Was können Sie über die Arbeitsbedingungen für die Angestellten sagen?
Lars-Uwe Rieck: Am Krankenstand kann es eigentlich nicht liegen, denn dort ist die Post zurzeit ganz gut dran. Probleme gibt es allerdings mit der Corona-Quarantäne: Es passiert ziemlich häufig, dass die Zusteller deshalb zuhause bleiben müssen, obwohl sie gar nicht krank sind. Dann wird eben händeringend nach Ersatz gesucht.

EW: Werden die Aushilfen ausreichend eingearbeitet?
LUR: Es gibt bei der Post ein zentrales Problem, auf das wir schon oft hingewiesen haben: Wenn die Sendungen aus Zeitmangel nicht alle zugestellt werden konnten, fängt der Bote gemäß Anweisung am nächsten Tag dort an, wo er zuvor abgebrochen hat. Aus Sicht der Post macht das Sinn. Jedoch geraten dadurch die Abläufe bei den Kollegen durcheinander.

EW: Was sollte die Post als Arbeitgeber besser machen?
LUR: Generell kritisieren wir den hohen Anteil an befristeten Verträgen für die Zusteller. Dadurch hat man als Arbeitnehmer mehr Stress und traut sich nicht, sich krank zu melden – noch nicht mal, wenn es richtig ernst ist. Als Angestellter muss man eine berufliche Perspektive haben. Die kann ich hier nicht sehen

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