Drei Monate lang funktionierte das Festnetz-Telefon von Inge W. nicht. Foto: sl

Seniorin konnte monatelang nur mit Nothandy telefonieren: Telekom konnte kaputtes Kabel nicht reparieren

Sabine Langner, Harburg

Als Inge W. (Name der Redaktion bekannt) im Dezember letzten Jahres nach einem Krankenhausaufenthalt zurück in ihre Wohnung in der Fünfhausener Straße kam, funktionierte ihr Telefon nicht mehr. Bei Sohn Ralf, der im gleichen Haus wohnt und ebenfalls einen Vertrag mit der Telekom hat, ist alles in Ordnung. Im Auftrag seiner Mutter informierte Ralf W. die Störungsstelle. Wochenlang passierte nichts. „Ich weiß nicht wie viele Stunden ich insgesamt in irgendwelchen Warteschleifen hing“, stöhnt der Neuländer.

Im Februar schickte die Telekom der 87-jährigen Inge W. dann ein seniorengerechtes Nothandy und schaltete die Telefonnummer der Seniorin auf das Handy. „Damit kann meine Mutter jetzt zwar Anrufe entgegen nehmen, aber richtig glücklich ist sie damit nicht“, so Ralf W. weiter. Bei einem der zahllosen Telefonate erzählte ihm ein Telekom-Mitarbeiter, die Harburger Polizei hätte es verboten, die Schadensstelle aufzugraben. Offiziell liest sich das so: „Es tut uns leid, dass wir unsere Arbeiten noch nicht beenden konnten. Grund: Der Schadensort ist nicht zugänglich. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Vielen Dank. Ihre Telekom“.

Erst muss ein Antrag beim Bezirksamt gestellt werden
Den Vorwurf, dass die Harburger Polizei die Reparatur verhindern würde, weist Ralf Geisler, Leiter Prävention und Verkehr am PK 46 entschieden zurück. Allerdings erklärt er, dass vor dem Aufgraben einer Leitung tatsächlich erst mal ein Antrag beim Bezirksamt gestellt werden muss. Hintergrund ist, dass das Aufgraben von Leitungen mit großer Wahrscheinlichkeit Beeinträchtigungen für Fußgänger, Rad- und Autofahrer nach sich zieht, und eine solche Baustelle entsprechend abgesichert werden muss.

Die Telekom macht das Wetter verantwortlich: Ein Kabel sei kaputt gegangen und die Reparatur sei recht aufwändig: Zunächst musste der Fehler durch Messungen gefunden werden, da das Kabel im Boden liegt und nicht frei zugänglich ist. Unterbrochen und erschwert wurde die Reparatur durch Sturm und Regen: Der Baumbestand habe die Arbeiten zu gefährlich gemacht, eine bereits ausgehobene Baugrube sei voll Wasser gelaufen, sagt Heinrich Meuffels, Pressesprecher der Telekom.
Immerhin: Die Telekom ist sehr zuversichtlich, dass der Schaden in absehbarer Zeit in Ordnung gebracht wird. Die Rechnungen für die Ausfallzeit braucht Frau W. nicht zu bezahlen, und „eine Wiedergutmachung werde angeboten“, verspricht Meuffels.

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