Der Blitzer an der Stader Straße in Heimfeld gehört zu den insgesamt 42 fest installierten Anlagen mit laserbasierter Messtechnik. Foto: da

58 Geschwindigkeitsmessanlagen sind durchschnittlich
jeden Tag aktiv – mehr gibts nur in Köln und Berlin

René Dan/Olaf Zimmermann, Hamburg

Nicht nur bei Staus, auch im Blitzer-Ranking ist Hamburg ganz vorn dabei. Im Schnitt sind täglich 58 Geschwindigkeitsmessanlagen im Einsatz. Mehr gibts nur in Köln (65) und Berlin (64). Das hat eine Untersuchung der Goldenstein Rechtsanwälte ergeben. Werden Autofahrer in Hamburg abgezockt?

Blitzer dienen der Geschwindigkeitsüberwachung. In Hamburg wurden 2021 jeden Tag mehr als 2.300 Raser (!) erwischt, insgesamt 846.865 im Jahr (2019: 880.878).

22.697.138,46
Euro
hat Hamburg aufgrund von Geschwindigkeitsverstößen im Jahr 2021 eingenommen

Geschwindigkeitsverstöße stellen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden die mit Abstand häufigste Unfallursache dar. „Etwa ein Fünftel aller Fälle“ geht darauf zurück, bestätigt Thilo Marxsen von der Pressestelle der Polizei. 1.341 Menschen erlitten Verletzungen.

Fazit der Polizei: „Geschwindigkeitsüberwachungen sind zur Bekämpfung von Aggressionsdelikten im Straßenverkehr eine wichtige Maßnahme.“

Mobile Blitzer wie dieser Anhänger am Lokstedter Steindamm stellen immer mehr Raser. Gab es im Jahr 2019 noch rund 369.000 Übertretungen, so wurden 2021 insgesamt 555.000 Verstöße registriert. Foto: da

Um die Raser herauszufischen, stehen in Hamburg derzeit insgesamt 42 fest installierte Anlagen mit laserbasierter Messtechnik zur Verfügung. Außerdem 16 Blitzeranhänger, 15 Fahrzeuge mit Messanlagen sowie 23 Handlasermessgeräte der Polizeikommissariate und Verkehrsdirektionen der Polizei.

Die Anschaffung weiterer Blitzer ist nicht ausgeschlossen. „Das wird fortwährend geprüft“, so Polizeihauptkommissar Marxsen.
Durch die festgestellten Geschwindigkeitsverstöße wurden 2021 Bußgelder in Höhe von rund 22,7 Millionen Euro verhängt. 2020 waren es 24,6 Millionen, 2019 nur 21,3 Millionen Euro. Die häufigsten Übertretungen wurden in der Stresemannstraße festgestellt (siehe Infokasten).

Hat Hamburg zu wenig Blitzer? Die Meinungen gehen auseinander. „Nein“, sagt Christian Hieff, Pressesprecher des ADAC Hansa. „Hamburg braucht mehr Geschwindigkeitskontrollen“, fordert Fahrrad-Lobbyist Dirk Lau vom ADFC (siehe Interview).
In einem Punkt sind ADAC- und ADFC-Sprecher einer Meinung. „Überhöhte Geschwindigkeit“, so Hieff, „ist kein Kavaliersdelikt, sondern gefährlich.“

Mehr Informationen zur Blitzer-Untersuchung von Goldenstein Rechtsanwälte im Internet unter

https://www.ra-goldenstein.de/neuigkeiten/blitzer-ranking/

 

Top drei der Blitzer – und Kosten

Die meisten Geschwindigkeitsverstöße (46.145) wurden an der Stresemannstraße 147 registriert. Damit spülte dieser Blitzer 1,035 Millionen Euro in die Staatskasse. Mit deutlichem Abstand kommt die Stresemannstraße 70 mit 29.554 Verstößen und Einnahmen von circa 794.000 Euro. Auf Platz drei steht die Finkenwerder Straße/Vollhöfner Weiden (26.568 Fälle mit gut 546.000 Euro).

Wie viel Geld gibt die Stadt für einen Blitzer aus? „Die Kosten für eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage liegt inklusvie der erforderlichen Erschließungsarbeiten bei etwa 115.000 Euro“, sagt Thilo Marxsen von der Polizeipressestelle. „Eine mobile Geschwindigkeitsüberwachungsanlage liegt inklusive der erforderlichen Zusatzkosten bei etwa 210.000 Euro.“ DA

 

Was meinen Sie?

Hat Hamburg zu viele Blitzer? Schreiben Sie uns Ihre Meinung: per E-Mail mit dem Betreff „Blitzer“ an redaktion@elbe-wochenblatt.de – oder an Elbe Wochenblatt, Redaktion, Theodor-Yorck-Straße 6, 21079 Hamburg.

2 KOMMENTARE

  1. Reine abzocke und eine Gefährdung des Verkehrs. Abzocke deshalb, weil die Teile schon bei wenigen kmh losblitzen, was ohne Tempomat kaum zu verhindern ist. 30 Euro für 4 kmh? Gefährdung deshalb, weil manche Fahrer nach blitzer ausschau halten, statt auf die Straße zu gucken.

  2. Ehrlich gesagt sind es viel zu wenig Blitzer und die Strafen viel zu gering.
    Als Autofahrerin wünsche ich mir Verhältnisse wie in Dänemark – ab 2 km/h zu schnell wird das Bußgeld dreistellig und schmerzhaft. Außerdem gern Blitzer in jeder 30er Zone und auf den Ausfallstraßen alle paar 100m um endlich dieser unsäglichen Raserei den Garaus zu machen.
    Es gibt nunmal eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ohne Grund, und sich daran zu halten ist doch nun wirklich nicht so schwer.

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