Der Neubau der STS Lurup in der Flurstraße bildet zusammen mit der integrierten „Community School“ einen zentralen Anlaufpunkt für alle Altersgruppen des Stadtteils. Foto: cvs

Kapazitäten reichen nicht aus, findet die Altonaer CDU

Ch. v. Savigny/G. Pöpleu, Lurup

Hamburg baut neue Schulen und gibt dafür viel Geld aus: Allein drei Milliarden Euro stehen für Sanierung und Neubau der 310 allgemeinbildenden Schulen der Hansestadt zur Verfügung – zwei Milliarden davon wurden bis 2019 bereits investiert.

Hintergrund ist die enorme Zunahme an schulpflichtigen Kindern: Zuletzt wurden 252.685 Schüler gezählt, davon 79.223 an den Grundschulen, 62.517 an den Stadtteilschulen (STS) sowie 57.561 an den Hamburger Gymnasien. Ein neuer Rekord! Laut Prognose, die die Schulbehörde (BSB) vor drei Jahren veröffentlichte, wird bis 2030 mit einem Anstieg der Schülerzahlen von 25 Prozent gerechnet.

In Lurup entsteht in den kommenden Jahren besonders
viel neuer Wohnraum, und es ist längst absehbar, dass wir neue Flächen für den Schulbau
benötigen

Kaja Steffens,
CDU-Schulpolitikerin

Lurups Kommunalpolitikerin Kaja Steffens (CDU) will die Fläche am Vorhornweg freihalten. Foto: pr

Auch an Lurup geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber: Zum Schuljahr 2020/21 beispielsweise öffnete der Neubau der STS Lurup seine Tore. Rund 1.000 Schüler können hier laut Planung unterkommen. Trotzdem will Kaja Steffens, Luruper CDU-Abgeordnete in der Bezirksversammlung Altona, eine früher von der STS genutzte Fläche am Vorhornweg für die Schulbehörde freihalten, auch wenn die mit der Fläche in absehbarer Zeit wegen einer dort verlaufenden Hochspannungsleitung gar nichts anfangen will (siehe Infotext). Warum? „In Lurup entsteht in den kommenden Jahren besonders viel neuer Wohnraum“, und es sei absehbar, dass später neue Flächen für den Schulbau benötigt würden, sagt Steffens.

Ein entsprechender Antrag der CDU wurde von der Bezirksversammlung einstimmig angenommen. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch die künftigen Schulkinder Lurups gut vor Ort untergebracht und unterrichtet werden können“, so Steffens.

Nur noch 19 statt 23 Kinder pro Grundschulklasse

Doch dahinter steht noch ein anderer Plan: Aktuell soll am Schwengelkamp in Othmarschen eine neue Grundschule entstehen, die „sehr dringend gebraucht wird“, so Steffens. Mit den dortigen Kleingärtnern ist man sich einig geworden, dass diese auf den A7-Deckel umziehen – wenn der denn mal fertig ist. Sie könnten vorübergehend am Vorhornweg unterkommen. Doch auch daran ist ein Haken: Das Schulgelände ist als Ausgleichsfläche für die Bebauung früherer Sportflächen in Lurup vorgesehen. Die Kleingärten müssten daher als grüne Ausgleichsflächen anerkannt werden – ein Novum. Und: Die Kleingartenfläche am Schwengelkamp würde ja ebenfalls bebaut. Auch hier müsste nach der Umwidmung wohl ein Grünausgleich her.

Langfristig wird wohl aber auch in Lurup eine zusätzliche Grundschule nötig sein. Dafür spreche laut Steffens, dass seit vergangenem Jahr die Grundschulklassen hier auf 19 Kinder (statt wie bislang meist 23 Kinder) verkleinert werden. „Rechnerisch befänden sich dadurch rund 50 Luruper Grundschulkinder auf der Straße“, so die Politikerin.

 

Das sagt die Schulbehörde

Nach eigener Auskunft hatte die Schulbehörde (BSB) den Vorhornweg früher als Standort für die neue STS Lurup in Betracht gezogen. Dieser Plan sei allerdings wegen der dort

verlaufenden Hochspannungsleitung verworfen worden. „Es spricht aber nichts dagegen, in zehn Jahren – wenn die Hochspannungsleitung dann unterirdisch verläuft – zu prüfen, ob dieser Standort als Schulstandort benötigt wird“, sagt BSB-Sprecherin Luisa Wellhausen. Insofern könne der Bezirk Altona die Ausweisung als Gemeinbedarfsfläche mit dem Zusatz ‚Schule‘ gerne beibehalten. „Für die aktuelle Grundschulversorgung bis 2030 steht der Standort wegen der noch vorhandenen Hochspannungsleitung allerdings sicher nicht zur Verfügung“, so Wellhausen. CVS

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