Flugzeuge verursachten besonders viele ultrafeine Partikel, beklagt die BI Fluglärm. Foto: hamburg-fotos-bilder.de

Es geht um Teilchen, deren Durchmesser nur etwa ein Tausendstel dem des menschlichen Kopfhaares beträgt: Ultrafeinstaub (UFP) entsteht bei der Verbrennung von Treibstoff, so zum Beispiel bei Hafenfähren und im Straßenverkehr. Er schwebt unsichtbar durch die Luft und kann sogar direkt in die menschliche Blutbahn gelangen. Das Helmholtz-Zentrum Hereon aus Geesthacht hatte im letzten Jahr umfangreiche Messungen an „verkehrsrelevanten“ Orten in Hamburg – gemessen wurde unter anderem in der Max-Brauer-Allee und am Fähranleger Övelgönne – durchgeführt und dabei teils hohe und durchaus besorgniserregende Werte erhalten.
Das Ergebnis in der Hansestadt bewege sich „auf hohem Niveau“, so die Forscher. An den Messpunkten seien durchweg Konzentrationen von 15.000 bis 30.000 Partikeln pro Kubikzentimeter gemessen worden. Normal seien 4.000 bis 12.000 Teilchen, wie an weniger verkehrsreiche Stellen in der Stadt, beziehungsweise 1.000 Teilchen, wie in der Umgebung von Hamburg.
Dass UFP gesundheitliche Schäden hervorrufen können, gilt als unstrittig. Genannt werden unter anderem Asthma, Chronische Bronchitis, Schlaganfall, Herzinfarkt und Lungenkrebs. Laut Hamburger Umweltbehörde reicht die Datenlage jedoch nicht aus, um eigene Untersuchungen durchzuführen. „Für die Messung von Ultrafeinstaub gibt es derzeit keine gesetzliche Grundlage“, erklärt Sprecherin Renate Pinzke. Die Festlegung von Luftqualitätsgrenzwerten erfolge auf europäischer Ebene, daher könne Hamburg hier fast keinen Einfluss nehmen. Grenzwerte müssten durch die Weltgesundheitsorganisation WHO angestoßen werden.
Als Ultrafeinstaub werden Teilchen bezeichnet, die kleiner als 0,1 Mikrometer sind – rund 100-mal kleiner als „normaler“ Feinstaub. Dessen Werte werden – im Gegensatz zu UFP – an zwölf Hamburger Messtationen regelmäßig erfasst. An zwei Stellen (Stresemannstraße, Max-Brauer-Allee) hatte die Überschreitung der Grenzwerte bereits für Fahrverbote gesorgt. Betroffen waren Dieselfahrzeuge schlechter als Abgasnorm 6.
Problem: Kerosin ist schwefelhaltiger
Als weiteren Verursacher für Ultrafeinstaub bringt die Initiative BIG Fluglärm die Treibstoffverbrennung bei Flugzeugen ins Gespräch. So seien in direkter Umgebung des Flughafens rund 90 Prozent der UFP-Belastung auf Turbinenabgase zurückzuführen, in einem Kilometer Entfernung seien es noch 25 Prozent. „Wir brauchen qualifizierte, dauerhafte Messungen insbesondere in Wohngebieten mit Abluftfahnen des Flughafens“, fordert BIG-Chef Martin Mosel. Abhilfe könne der Einsatz von entschwefeltem Kerosin schaffen. Denn bisher dürfe Kerosin rund 300 mal mehr Schwefel enthalten, als herkömmlicher Kraftstoff, und das sei eine Ursache für die Entstehung von UFP.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo Herr v. Savigny, interessanter Artikel! Kleiner Hinweis zu den Größen:
    Feinstaub – PM 2.5 => 2,5 µm; PM 10 => 10 µm !
    1µm = 1.000 nm
    0,1 µm = 100 nm
    0,01 µm = 10 nm
    0,001 µm = 1nm
    Ultrafeinstaub => Bereich von 0,6 nm …. ca. 500 nm.
    In Berlin messen wir im Bereich 10 nm … 200 nm.
    Sie könnten mir helfen, wenn Sie mir einen Kontakt zu den Leuten herstellen, die bei Euch in Hamburg messen.
    MfG
    M. Kühn
    Tel.: 030 64 387 341 oder e-mail

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