Protest gegen Abholzung: Baumbesetzer und Polizist besprechen das. Foto: PR

Protest gegen Haspa-Bauvorhaben geht dennoch weiter

Ch. v. Savigny, Altona

Showdown am Alsenplatz: Mehrere Aktivisten waren in der vergangenen Woche ins Geäst der Bäume rund um den zentralen Parkplatz geklettert, um gegen deren Fällung zu demonstrieren. Erst nachdem die Polizei erschienen war, mit den Protestlern gesprochen und den Platz mit rot-weißem Flatterband abgesperrt hatte, flaute der Widerstand nach und nach ab. Die Bäume und Sträucher wurden inzwischen gerodet.

Für die Initiative „Green Alsenplatz“, die sich seit über einem Jahr für den Erhalt ihrer „grünen Oase“ einsetzt, endet damit ein langer, kräftezehrender Kampf. Der Konflikt geht jedoch weiter. „Gerade in der heutigen Zeit mit Klimaanpassung ist es unglaublich wichtig, Stadtgrün zu erhalten“, sagt ein Sprecher des Bündnisses „Rettet Hamburgs Natur“, das mit der Initiative zusammenarbeitet.

Auf dem Alsenplatz möchte der Bauträger, die Hamburger Sparkasse, ein sechsstöckiges Wohnheim für Auszubildende und Studierende errichten lassen. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Vor zwei Monaten hatte der Bezirk die entsprechende Genehmigung erteilt.

Baulücke oder Teil des grünen Netzes?

Vor etwas über einem Jahr setzten sie sich erstmal gegen die Haspa-Pläne zur Wehr: Karin Kreuder (v. l.), Lisa Strauß, Elisabeth Richter, Sven Schröder, Gitta Lauenroth und Karin Görling. „Wir sind ausdrücklich für die Schaffung von bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum, jedoch nicht auf Kosten natürlicher Ressourcen“, sagen sie. Foto: cvs/Archiv

Damit, findet die Initiative, setze er sich klar über bestehende Abmachungen hinweg. „Der Bezirk Altona liegt falsch, den Alsenplatz als eine Baulücke zu bezeichnen. Wir werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der Alsenplatz an das Grüne Netz aus ‚Parkanlagen und sonstige Grünflächen außerhalb von Landschaftsachsen und Grünen Ringen‘ gekoppelt ist. Daraus ergibt sich, dass der Alsenplatz als innerstädtische Fläche von einer Bebauung freigehalten werden sollte“, erklärt Ini-Mitglied Karin Kreuder. So sei zum Beispiel im aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten, das grüne Netz zu „erhalten, es weiter verbessern, fehlende Wegeverbindungen schaffen und bisher nicht nutzbare Flächen aktivieren und begrünen.“

Das Bezirksamt Altona hält dem entgegen, dass der Platz im Anschluss neu begrünt werde. „Durch den Neubau bekommt der Alsenplatz eine Chance, sich von einem Parkplatz zu einem attraktiven städtischen und vor allem grünen Aufenthaltsort zu entwickeln. Dazu wird auch der Neubau mit seiner grünen Fassade und dem geplanten Dachgarten beitragen“, sagt Amtssprecher Mike Schlink.

Einen Ausgleich für die gefällten 27 Bäume wird es jedoch definitiv nicht geben – jedenfalls nicht vor Ort. Stattdessen leistet die Haspa laut Bezirksamt Altona eine einmalige Ersatzzahlung in Höhe von 52.000 Euro für „zweckgebundene Maßnahmen des Naturschutzes“. Wann genau das Geld für welche Maßnahme ausgegeben werde, entscheide das Bezirksamt in Abstimmung mit der Bezirkspolitik, so Sprecher Mike Schlink.

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