Öde und baumlos: 21 Bäume mussten dem Paulihaus weichen. Foto: KPF

Von KP Flügel

Die Initiative „St. Pauli Code Jetzt!“ vermeldete es entsetzt auf ihrer Facebook-Seite, dass an der Budapester Straße 21 gesunde Bäume gefällt wurden, 17 davon älter als 50 Jahre, „trotz Klimakrise und Nachhaltigkeitsversprechen“, empörten sich Ini-Sprecher. Der Grund: Die gefällten Bäume standen dem geplanten Bau des so genannten Paulihauses an der Ecke Budapester Straße/ Neuer Kamp im Wege.
Die Initiative wendet sich nicht nur gegen die Baumfällungen, sondern gleich gegen das ganze Projekt, das im Auftrag eines Konsortiums aus der Marketingagentur Pahnke, dem Immobilienunternehmen Hamburg Team, dem Stadt- und Verkehrsplanungsunternehmen Argus und der Stadtentwicklungsgesellschaft steg gebaut wird. Alle wollen in ihrem Viertel bleiben, aber in ein modernes Bürohaus umziehen.
Hauptkritik der Bürgerinitiative: Das Gelände sei von der Stadt ohne öffentliche Ausschreibung zur privaten Bebauung vergeben worden. Im Pressestatement heißt es, dass die EU-Kommission derzeit die Rechtmäßigkeit der Vergabe prüfe. „Sowohl gegen die Baugenehmigung als auch gegen die Fällgenehmigung und die Entwidmung der öffentlichen Fläche haben zahlreiche Bewohner:innen St. Paulis Widersprüche eingereicht.“

Wurden Alternativen überhaupt geprüft?
Konstruktive Lösungsvorschläge aus dem Stadtteil für andere Bauplätze ohne Baumverlust seien ungeprüft ausgeschlagen worden, lautet ein weiterer Vorwurf. „Weder das Baukonsortium noch der Bezirk Hamburg-Mitte waren bereit, nach anderen Lösungen zu suchen.“
Auf seiner Internetseite erklärt das Baukonsortium, das Paulihaus könne schließlich „nicht einfach an einen anderen Standort versetzt werden.“
Die Bauherren berufen sich außerdem auf üppige Ausgleichsmaßnahmen: Man würde für die gefällten Bäume mindestens 17 neue pflanzen, dazu 400 Meter Hecke. Auch werde das Dach des Paulihauses begrünt, „was das Mikroklima positiv beeinflusst und Lebensraum für Vögel und Insekten schafft. Als weitere freiwillige Leistung würde man bereits während der Bauzeit „mehr als 100 neue Bäume spenden und für deren Pflege aufkommen.“

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