David Aslan hat aus eigenen Fehlern gelernt. Foto: Bullmotions

Waldemar Düse, Süderelbe. Diese Erfahrung haben schon fast alle gemacht, die regelmäßig einen Fußballplatz besuchen. Unabhängig davon, ob sie auf dem Platz spielen oder hinter den Lehngittern „nur“ mitspielen.
Sobald sie das umzäunte Geviert betreten haben, reicht eine Kleinigkeit aus, um aus einem ausgeglichenen und freundlichen Menschen einen aggressiven und lauten, einen „anderen“ Menschen zu machen. David Aslan wird von Freunden und Bekannten als ein solcher beschrieben. Doch ein mit vielen Problemen beladener Aufbau einer neuen Fußballmannschaft in der HNT zur Saison 2018/19, den Aslan als Trainer leitete, zerrte rasch an den Nerven vieler Beteiligter.
Bis dann das Duell der HNT beim FC Süderelbe II abgebrochen werden musste. „Schuldhaft“, wie es im Sportgerichtsjargon juristisch neutral heißt, durch ausrastende Akteure der HNT und einen völlig außer Rand und Band geratenen Aslan. Das Ergebnis: Der HNT wurden einige Punkte abgezogen und Aslan durfte zwei Jahre lang keinen Fußballplatz mehr betreten.
„Mir tut das bis heute unglaublich Leid, das hätte nicht passieren dürfen“, beteuert Aslan mehr als zweieinhalb Jahre danach. „David hat einen ganz feinen Charakter und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Teamplayer“, unterstützt HNT-Geschäftsführer Klaus Jakobs. „Es war mehr als richtig, an ihm festzuhalten und ihm eine zweite Chance zu geben.“
Aslan nutzte die Auszeit, um zunächst im Hintergrund gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Morris Avsar an sich und dem Auftreten seiner Mannschaft, die sich seither auf einigen Positionen verändert hat, zu arbeiten. Sportlich können sich die Bemühungen sehen lassen. Die Spielzeit 2019/20 beendete das Team auf Platz eins und noch beeindruckender: Auch in der Fairness-Tabelle landete der Kader ganz oben.
Nach der abgebrochenen Saison 2020/21 machte die Mannschaft nach ihrem Aufstieg in der Bezirksliga da weiter, wo sie in der Kreisliga aufgehört hatte: Als Tabellenführer der Staffel 5 peilt sie nun den angestrebten Aufstieg in die Landesliga an. Und Rang zwei in der Fairness-Tabelle deutet an: Die Anti-Aggressionsarbeit David Aslans und Morris Avsars der besonderen Art scheint nachhaltige Wirkungen zu entfalten.

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