Mit Transparent vor dem Fenster: Hier wohnt Markus Kienast seit 33 Jahren: Die Methfesselstraße 80 soll jetzt saniert werden. Foto: Markus Kienast

Letzter verbliebener Mieter traut Sanierung nicht

Dirk Andresen, Eimsbüttel

Es tut sich endlich was in Eimsbüttels umkämpften Mehrfamilienhaus in der Methfesselstraße 80. Nachdem der Eigentümer sich letztlich am letzten Mieter in dem baufälligen Gebäude, Markus Kienast, die Zähne ausgebissen hat und ein Abriss endgültig vom Tisch sein soll, haben jetzt offenbar die Sanierungs- und Instandsetzungarbeiten begonnen.
Allerdings: Kienast, der als letzter Mieter in dem Haus noch in seiner Zweizimmerwohnung ausharrt, traut dem Braten noch nicht.

Kienast vermutet möglicherweise neue taktische Manöver der Vermieter Dirk und Andreas Tödten hinter den frisch begonnenen Aktivitäten.

So wundert sich der seit 33 Jahren in dem Haus lebende Kienast nach dem Sanierungsbeginn am Telefon: „Die angeblichen Notstützen sind entfernt worden – aber nur in den von mir gemieteten Räumen, alle anderen bleiben. Dass über und unter mir die Stützen noch stehen, macht mich schon extrem nervös.“ Außerdem unkt er: „Im ersten Obergeschoss wurde jetzt eine Bau-Stahltür verbaut. Gehe ich etwa recht in der Annahme, dass mir hier ein Fluchtweg verbaut wurde?“

Auch mit dem Projekt schon länger befasste Lokalpolitiker befürchten, dass es sich bei der „Sanierung“ in Wirklichkeit um neue bautaktische Aktionen handelt, mit denen auf Zeit gespielt und der letzte Mieter doch noch aus dem Haus vergrault werden soll. Mikey Kleinert, Sprecher der Linken in der Emsbütteler Bezirksversammlung, warnt: „Wir haben große Bedenken, dass der Eigentümer, der für den Verfall des Gebäudes über die letzten Jahre verantwortlich ist und der das Gebäude am liebsten abgerissen hätte, die Sanierungs- und Instandsetzungarbeiten übersieht, obwohl es doch offensichtlich gegen seine Interessen geht, günstigen Wohnraum zu erhalten und den Leerstand in der Methfesselstraße zu beenden.“

>> www.rettetdiemethfesselstrasse80.de

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