Stefan Mario Zorn hat jetzt endlich mehr Zeit für seine geliebte E-Gitarre. Foto: wit

Wolfgang Wittenburg, Süderelbe. Exakt 44 Kilometer hat sein Arbeitsweg in den letzten Jahrzehnten betragen. Täglich ging es von der Arztpraxis in Neugraben zum Bauernhäuschen in der Lüneburger Heide. Diese Touren vermisst Stefan Mario Zorn (75) so gar nicht, aber „seine“ Patienten und das Praxisteam, das für ihn wie eine zweite Familie war, fehlen dem Mediziner sehr. Der Internist und Hausarzt hat sich im Dezember nach fast 40 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Beim Start der Gemeinschafts-Praxis Dr. Stefan Mario Zorn und Dr. Kurt Müller in der Neugrabener Bahnhofsstraße 33 war noch vieles anders. „Die alt eingesessenen ,Lüüd‘ sprachen mit uns Plattdeutsch, der Arzt war ein Teil der Familie. Und wenn er zu Besuch kam, dann standen Kaffee und Kuchen bereit“, erinnert sich der Doktor, der Patienten mit Migrationshintergrund möglichst in der jeweiligen Muttersprache anredete. „Das nimmt Hemmungen und schafft Vertrauen.“
Nach Beendigung des Medizinstudiums arbeitete Zorn unter anderem im Tropeninstitut und Hafenkrankenhaus, später im AK Harburg. 1982 gründete er mit seinem Kollegen Kurt Müller in Neugraben eine Internistischen Praxis. Pionierarbeit leistete Zorn im Bereich Diabetes. Er gründete in Süderelbe die erste Schwerpunkt-Praxis im Bereich der ambulanten Diabetologie. Bis dahin waren Diabetiker ausschließlich in Kliniken behandelt worden.
Im Ruhestand muss sich Stefan Mario Zorn neu orientieren, aber zu tun hat er genug: Täglich läuft er seine acht bis zehn Kilometer durch die Lüneburger Heide. Der Mediziner spielt E-Gitarre, ist an Archäologie interessiert, liest gerne, genießt Gartenarbeit und Familie. Sein ältester Sohn Alexander Zorn ist als Praxisinhaber und Facharzt für Innere Medizin in Neugraben in Vaters Fußstapfen getreten.

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